Volkssolidarität


RV Magdeburg-Jerichower Land

Das Miteinander organisieren

Sie bezeichnet sich selbst als "Kulturminister" ihrer Ortsgruppe, die aus 84 Mitgliedern besteht und einen Vorstand hat, der sieben Ehrenamtliche zählt.

Edith Schopp aus Schermen im Jerichower Land ist 74 Jahre alt und trotz mancher körperlicher Unpässlichkeit, die zu mehreren Operationen an Hüfte, Knie und Bandscheiben führte, im Herzen und im Kopf jung geblieben.
Mit viel Liebe, Ideenreichtum und Organisationstalent unterstützt sie die Vorsitzende ihrer Ortsgruppe Gertrud Potter.

Sie ist bei allen Mitgliedern der Ortsgruppe geachtet und beliebt. Ihr Erfolgsrezept: " Bei dieser Aufgabe muss man sein Herz einschalten", erklärt sie. Und das Programm der Ortsgruppe kann sich auch sehen lassen. Da werden Vorträge zu den verschiedensten Themen gehalten. Sie reichen von Arztgesprächen über Kriminalitätsbekämpfung bis hin zu Modeplaudereien und Modeschauen.

Gern sind die Schermener Mitglieder mit dem Bus unterwegs um schöne Gegenden der näheren und ferneren Heimat zu erleben. Das wird von Edith Schopp akkurat vorbereitet. Gemeinsam mit zwei Damen vom Vorstand fährt sie die Strecke ab, sucht schön gelegene Gaststätten und organisiert das Mittagessen und Kaffeetrinken sowie Dampfer- oder Kremserfahrten vor Ort.
Bleibt man einmal zum Gruppennachmittag im Dorf, so sind die Senioren im geräumigen Saal der Dorfgaststätte "Grüne Tanne" zu Gast. Hier hat Edith für die Rollstuhlfahrerin unter den Mitgliedern extra eine transportable Rampe organisiert. Regelmäßig fährt eine Gruppe badelustiger Mitglieder ins Solebad nach Bad Salzelmen. Und auch wenn der Bus mal nicht kommt, weil der Busfahrer sie vergessen hat, weiß Edith Rat. Dann wird eben schnell ein anderer gerufen. Und bis alle in der Zwischenzeit ihren Eisbecher verzehrt haben, steht der Ersatzbus vor der Tür.

Um neue Mitglieder für die Volkssolidarität zu gewinnen hat Edith Schopp ein besonderes Rezept. "Ich lade Interessierte zum Schnuppern ein", sagt sie und erklärt das am Beispiel des Handarbeitszirkels. "Wenn sie dann Feuer gefangen haben, kommen ein paar gute Worte und der Aufnahmeantrag". Das klappt fast immer. Auch der Schermener Bürgermeister und seine Frau sind Mitglieder der Volkssolidarität. Aus fünf Nachbarorten kommen regelmäßig VS-Mitglieder, um am Leben der Ortsgruppe Schermen teilzunehmen. Zwei kommen sogar aus Westberlin.
"Arbeit war schon immer mein Hobby" sagt Edith Schopp. Und es war sicher schwere Arbeit in der Landwirtschaft. Edith hat in eine Bauernwirtschaft eingeheiratet. Sie hat die Stationen der Kollektivierung miterlebt, wurde LPG Mitglied, zuerst Typ I, später Typ III. Ihr Herz schlug schon immer für die Landtechnik. Den ersten großen Mähdrescher E 512 durfte sie fahren.

Ein vierjähriges Fernstudium schloss sie als Agraringenieur ab und wurde 1971 LPG-Vorsitzende in Schermen. 1977 übernahm sie den Kreisvorsitz der VdgB und nach dem Tod ihres Mannes 1986 arbeitet sie bis zum Ruhestand im Kreisbetrieb für Landtechnik in Schermen.

Edith Schopp hat einen Sohn und lebt mit der Familie der einen von zwei Enkeltöchtern gemeinsam auf dem Hof.