Volkssolidarität


RV Magdeburg-Jerichower Land

Christina Dorenburg

In Deutschland nehmen heute zwei Millionen Menschen die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch. Und ihre Zahl steigt weiter. Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen will dabei, so lange es geht, in den eigenen vier Wänden zu recht kommen. Die hoch motivierten Schwestern und Pflegekräfte der VS-Sozialstationen bieten dafür ihre Hilfe an. Allein in Magdeburg und dem Nachbarort Heyrothsberge sind 17 qualifizierte Kräfte Tag für Tag in ihren schmucken weißen Kitteln mit dem aufgedruckten Logo der Volkssolidarität unterwegs zu ihren Patienten. Eine von ihnen lernten wir näher kennen.

Christina Dorenburg kurvt mit dem kleinen "Smart" der Sozialstation ausschließlich durch den Stadtteil "Südost" der Landeshauptstadt. "Wir haben vor einiger Zeit nach Beratung mit der Regionalgeschäftsstelle und der Leiterin der Sozialstation unser Arbeitsfeld in vier territoriale Bereiche eingeteilt. Das garantiert einen engeren Bezug zu den Pflegebedürftigen und spart überdies Wegezeiten" berichtet die 58-Jährige.

Der Magdeburger Südosten ist der Frau mit dem freundlichen Gesicht im Übrigen bestens von früher bekannt. Hier, im ehemaligen Schwermaschinenbauzentrum der DDR war sie Jahrzehnte fleißig als Industriekauffrau tätig, fehlte nie trotz der häuslichen Verpflichtungen als Mutter zweier Töchter. "Die Mädchen waren zur Wendezeit schon aus dem Gröbsten raus. Ich wollte weiter arbeiten als der Betrieb dicht machte." Bei der Magdeburger Volkssolidarität erhielt sie eine ABM-Stelle. Christina wurde Hauswirtschaftspflegerin und fing Feuer für die neue Arbeit. "Mir gefiel von Anfang an das soziale Klima der Mitarbeiter untereinander, aber vor allem auch gegenüber unserer Klientel." Als sich die Chance für einen festen Arbeitspatz als Pflegekraft bot, griff sie zu. Mit über Vierzig setzte sie sich noch einmal auf die Schulbank, quälte sich in der Fahrschule ab. Und ständige Weiterbildung ist bis heute für alle Mitarbeiter in der ambulanten Pflege die Regel.

Täglich versorgt Christina Dorenburg 13 bis 14 Hilfsbedürftige: Körperpflege, Frühstück, Mittagessen. Bei den Handreichungen gibt es inzwischen eine gewisse Routine - aber niemals bei der menschlichen Behandlung. "Ich kann nicht fassen, dass es irgendwo Pflegekräfte geben soll, die nach dem Grundsatz handeln: Hauptsache satt und sauber. Für mich ist jeder Patient ein achtenswerter Mensch." Für ein aufmunterndes Wort oder einen guten Ratschlag sei immer Zeit. Häufig auch für direkte Hilfe, die durch die Vernetzung der verschiedenen Dienstleistungsbereiche in der Volkssolidarität meist schnell organisiert werden kann.

Für jeden, der sich ihrer Fürsorge anvertraut, wollen sie und ihre Kollegen die bestmöglichen Bedingungen schaffen. Bei der Verfolgung dieses Anliegens denkt Christina Dorenburg gern an das Beispiel von Frau B. Die Hochbetagte war jahrelang bei der Magdeburger Volkssolidarität in ambulanter Pflege. So rundherum gut betreut, starb sie mit 104 Jahren friedlich in ihren eigenen vier Wänden.