Volkssolidarität


RV Magdeburg-Jerichower Land

“Ohne Volkssolidarität würde mir etwas fehlen”

Sie ist mit Leib und Seele der Volkssolidarität verbunden. Die Leute in Genthin und Umgebung identifizieren Brigitte Schmälzlein mit dem Verein und das ist für beide - die 70-jährige Ortsgruppenvorsitzende und die 60-jährige VS durchaus ein Kompliment.

"Ich bin ein echter Fischkopp" sagt Brigitte Schmälzlein über sich. Geboren wurde sie in Polen und kam dann als Umsiedler mit ihrer Familie nach Rügen und Hiddensee. In Mecklenburg verlebte sie ihre Kindheit, ging dort zur Schule und es zieht sie auch immer wieder dort hin. Mindestens einmal im Jahr fährt sie an die Ostsee, um Urlaub zu machen.
Sie besuchte die Oberschule und ging dann nach Köthen, um Museologie zu studieren. Das dort erworbene Wissen kann sie auch heute noch gut gebrauchen. Gern besucht sie mit ihrer Ortsgruppe Kirchen und Museen und ist eine versierte Führerin durch die Kunstgeschichte.

Schon seit dem Jahre 1962 gehört sie als Mitglied zur Volkssolidarität und schon zwei Jahre später übernahm sie auch eine Funktion. Sie wurde erst einmal Zehnerkassierer. In diesen Zeiten war es alltäglich, sich gesellschaftlich zu engagieren. Und so war Brigitte Schmälzlein nicht nur im DFD und im Kulturbund, sondern auch in der Volkssolidarität tätig.
1984 wurde sie dann hauptamtlicher Kreissekretär der VS des Kreises Genthin und wirkte in dieser Funktion bis nach der Wende 1992.

1993 übernahm sie die Ortsgruppe Süd-Ost in Genthin mit 115 Mitgliedern. Diese Arbeit macht ihr viel Freude. Hier bringt sie sich ein und kann ihre Ideen für ein vielgestaltiges Ortsgruppenleben umsetzen. So wird bei den monatlichen Mitgliedertreffen immer allerhand unternommen. Das Programm reicht von Bowling über Lichtbildervorträge, selbstverständlich auch Museumsbesuche, Stadtrundfahrten bis hin zu Schuhmodenschauen. Auch die obligatorischen Faschings- und Weihnachtsfeiern dürfen natürlich nicht fehlen. Doch das Nachwuchsproblem stellt sich auch hier. Noch hat Brigitte niemanden gefunden, der einmal ihre Funktion übernehmen würde. Aber sie denkt ja auch noch nicht ans Aufhören. Ihre Ortsgruppe will sie weiter führen.

Dagegen will sie beruflich kürzer treten. Bislang arbeitete sie mit viel Liebe zur Sache in Nebenbeschäftigung für den Reiseklub für Senioren oder MONORAMA Touristik, wie die offizielle Bezeichnung heißt, und das schon seit 1993. Sie ist viel herumgekommen in dieser Zeit. Etwa viermal im Jahr packt sie ihre Koffer und geht auf Tour. Aus den Reisen schöpft sie Freude und Kraft für ihre Arbeit und für ihr Leben. Aber nun soll zum Jahresende Schluss sein und sie will sich mehr um ihren Mann kümmern, der zehn Jahre älter ist als sie und der sie braucht.

Aber auch ihrem Hobby will Brigitte weiter nachgehen. Sie ist leidenschaftliche Sängerin im Genthiner Frauenchor. Bereits seit 27 Jahren ist sie dort ein gefragter Sopran. Der Chor singt Volks- und Kunstlieder und hat etwa 10 Auftritte im Jahr. Höhepunkte sind für sie auch immer die Treffen und Wettstreite mit anderen Chören, auch die Chortreffen der Volkssolidarität.

Und dann hat Brigitte Schmälzlein ja auch noch eine andere, äußerst dankbare Ablenkung. Immerhin hat sie drei Kinder, sechs Enkelkinder und vier Urenkel. Da wird die Oma und Uroma auch in Zukunft sicher nicht über Langeweile klagen müssen.