Volkssolidarität


Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Erzähl über Dein Leben, wir hören Dir zu!

Neun Menschen sitzen in einem Raum. Einer erzählt, die anderen hören einfach nur zu. Im Erzählsalon wird nicht unterbrochen, nicht kommentiert. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Im Erzählsalon gibt es die eigene Geschichte. So, wie man sie selbst erlebt hat. So, wie man sie in Erinnerung behalten hat.

Im Erzählsalon werden die Geschichten von Mitgliedern, Mitarbeitern und Freunden der Volkssolidarität gesammelt und vor dem Vergessen gerettet.

In der Begegnungsstätte „Bremer Straße“ der Volkssolidarität in Rostock beginnt der Tag erst einmal so, wie er in der Volkssolidarität beginnen muss: mit Kaffee und Kuchen. Man merkt dabei: Die, die sich hier zusammengefunden haben, erzählen nicht jeden Tag über sich. Sie sind lieber unterwegs für andere. Organisieren, überzeugen, lehren und lernen das sind die Dinge, die sie ein Leben lang begleitet haben, noch begleiten.

Es sind lustige Geschichten, die in den nächsten Stunden zu Tage kommen. Drei der anwesenden Frauen stellen fest, sie haben nicht nur ihre Treue zur Volkssolidarität gemeinsam. Sie sind auch alle drei gelernte Maschinenschlosserinnen. So richtig lange haben sie es in diesem Beruf zwar alle nicht ausgehalten, über diese Gemeinsamkeit freuen sie sich dennoch. Es ist heute kaum noch zu glauben mit wieviel Improvisationstalent und Mut, Verwegenheit und Stärke diese Frauen im und nach dem Krieg gelebt haben.

Krieg, Verlust und Neuanfang sind große Themen bei fast allen Geschichtenerzählern. Das sind die ernsten und oft sehr traurigen Töne, die an diesem Tag anklingen müssen. Es wird völlig klar, warum „Solidarität“ ein Wert ist, von dem nicht abgelassen werden darf. Um den sie alle kämpfen.

„Frieden“ immer und überall ist ein weiterer wichtiger Wunsch aller. Sie blicken besorgt in die Zukunft, die die größten Flüchtlingswanderungen mit sich bringt, größer als die nach den unmenschlichen Weltkriegen.

Von diesen Werten werden sie sich alle niemals verabschieden. Sie können es gar nicht. Das ist am Ende des Vormittags klar. So schwer es manchem fiel, über die Schattenseiten des Lebens zu berichten, so wichtig war es, genau das zu tun. Die Anwesenden waren dankbar, dass sie diese Momente teilen durften.

Es war auch viel zu hören von den Reisen mit der Volkssolidarität, von den Veranstaltungen in den Ortsgruppen, von der Hilfe und Unterstützung für Mitglieder, wenn es Not tut oder von den Chorgesängen in Kirchen und Gaststuben. „Familie“ war ein Begriff, der in die Runde geworfen wurde. Sofort nickten die Köpfe zustimmend: ja ein Stück Familie ist die Volkssolidarität für sie alle geworden und soll sie auch in Zukunft bleiben.

Erzählsalon - Ein Tag im Boddenhus

Zu einer beeindruckenden Gesprächsrunde fanden sich Mitglieder der Volkssolidarität aus dem Kreisverband Greifswald-Ostvorpommern zusammen. Moderiert von der Geschäftsführerin Kerstin Winter erzählte jede und jeder eine kleine Geschichte aus seiner Zeit bei der Volkssolidarität.

Zu einer beeindruckenden Gesprächsrunde fanden sich Mitglieder der Volkssolidarität aus dem Kreisverband Greifswald-Ostvorpommern zusammen. Moderiert von der Geschäftsführerin Kerstin Winter erzählte jede und jeder eine kleine Geschichte aus seiner Zeit bei der Volkssolidarität.

Doch bevor es so weit war, gab es ordentlich Aufregung – falsche Tischdecken, falsche Kaffeetassen – das geht bei Frau Winter im Boddenhus gar nicht. Ganz schnell wurde gewechselt, weiß gegen handgestickt, IKEA-Tasse gegen Sammeltasse, noch Leuchter auf den Tisch und das Ambiente war perfekt für einen wunderbaren Vormittag.

Es war eindrucksvoll zu hören, mit wieviel Engagement, wieviel Freude und Lebenslust alle Beteiligten des Erzählsalons von ihren Erlebnissen berichteten, wie sie ihre Zeit in der Volkssolidarität erlebten und noch heute erleben. Die ganze Geschichte unseres Verbandes von den ersten Stunden des Aufbaus bis zu den vielfältigen Angeboten der heutigen Tage zog sich durch die vielfältigen Erzählungen.

Übrigens dürfte auch das jüngste Mitglied der Volkssolidarität aus Greifswald kommen. Herr Osyguß beantragte für seine kleine Tochter gleich nach der Geburt die Mitgliedschaft. Was sie wohl alles im Erzählsalon im Jahr 2085 berichten kann?

Für den gelungenen Tag danken wir Frau Winter, Frau Kagemann, den vielen fleißigen Helferinnen und nicht zuletzt allen Beteiligten des Erzählsalons im Boddenhus.

Erzählsalon in Wismar

Mit einem kräftigen Frühstück startete der Erzählsalon in Wismar. Die erste Aufregung schwindet beim Treffen guter Bekannten und beim Begrüßungskaffee. Alle Gäste sind Mitglieder der Ortsgruppe 14 aus Wismar. Man kennt sich schon lange, die meisten von ihnen zogen bereits in den 50iger und 60iger Jahren gleich nach Baufertigstellung des damals neuen Wohngebietes nach Wendorf in Wismar und sind seitdem dort geblieben. Sie  wohnen noch in der gleichen Wohnung und treffen sich fast täglich beim Einkaufen, bei Veranstaltungen oder auf dem Weg zum Arzt. Wendorf war ein kinderreiches Wohngebiet, so sind viele Lehrerinnen, Krippen- und Kindergartenerzieherinnen unter den Erzählerinnen.

Wie sie zur Volkssolidarität fanden? Oft war es eine Nachbarin, die sagte: „Komm doch einfach mal mit!“ Man kam mit und zurück mit einem Aufnahmeantrag.

Und noch immer bringen sie sich ein in die Arbeit der Volkssolidarität. Besuchen die, die nicht mehr können, helfen sich gegenseitig und verbringen manchen Sonntagnachmittag zusammen. Gemeinsame Reisen sind nicht mehr so lang, aber auch in der Umgebung gibt es viele lohnenswerte Ziele und jeder kann mit. Frau Godemann, die Ortsgruppenvorsitzender ist stolz auf Ihre Gruppe, die so aktiv und voller Freude das Leben der Volkssolidarität mitgestaltet.

Erzählsalon in Stralsund

Nach langer Winterszeit trafen sich zehn Frauen  der Volkssolidarität aus dem Kreisverband Grimmen-Stralsund am 10. März zum ersten Erzählsalon im neuen Jahr. Natürlich waren alle aufgeregt und wollten ihre ganz eigenen Geschichten von und mit der Volkssolidarität erzählen. Frau Brandt, die alles wunderbar organisiert und vorbereitet hatte fand für jede der Frauen  ein freundliches  Wort, so dass sich die Aufregung schnell legte. Es gab viel zu berichten, vor allem aus der Ehrenamtsarbeit in den Ortsgruppen, von Reisen, von Veranstaltungen oder einfach nur von der Gemeinsamkeit, dem Gefühl, nicht alleine zu sein.

Viele sind seit frühester Jugend Mitglied der Volkssolidarität, so wie Frau Bärwinkel, die schon als siebzehnjähriges Mädchen nach dem Krieg in den Nähstuben der Volkssolidarität Kleidung für Flüchtlinge und die vielen Bedürftigen anfertigte und jetzt, mit 87 Jahren noch immer aktiv für die Volkssolidarität unterwegs ist.

Nach langer Winterszeit trafen sich zehn Frauen  der Volkssolidarität aus dem Kreisverband Grimmen-Stralsund am 10. März zum ersten Erzählsalon im neuen Jahr. Natürlich waren alle aufgeregt und wollten ihre ganz eigenen Geschichten von und mit der Volkssolidarität erzählen. Frau Brandt, die alles wunderbar organisiert und vorbereitet hatte fand für jede der Frauen  ein freundliches  Wort, so dass sich die Aufregung schnell legte. Es gab viel zu berichten, vor allem aus der Ehrenamtsarbeit in den Ortsgruppen, von Reisen, von Veranstaltungen oder einfach nur von der Gemeinsamkeit, dem Gefühl, nicht alleine zu sein.

Viele sind seit frühester Jugend Mitglied der Volkssolidarität, so wie Frau Bärwinkel, die schon als siebzehnjähriges Mädchen nach dem Krieg in den Nähstuben der Volkssolidarität Kleidung für Flüchtlinge und die vielen Bedürftigen anfertigte und jetzt, mit 87 Jahren noch immer aktiv für die Volkssolidarität unterwegs ist.

 

Ihr schönes Gedicht

 

 „Gedanken zum Alter“

 

Verdammt – bin ich alt?

Nein, ich bin langlebig

Und mein Geist ist immer noch ergiebig!

 

Das Alter lässt sich im Gesicht nicht verstecken,

man läuft lieber auf glatten statt auf holprigen Strecken.

In jungen Jahren trug ich die Falten unten am Rock,

heut hab ich sie oben im Gesicht – und geh am Stock.

Auch der Rentner-Porsche- sprich Rollator-gibt mir Halt.

Mit ihm kann man werden 100 Jahre alt!

 

Die Freude am Lebe soll man sich dennoch erhalten,

mit der Familie und Freunden den Tag sinnvoll gestalten.

Mit der Jugend darf man sich´s keinesfalls verderben,

schließlich sind sie ja mal dereinst unsere Erben!

Mit den Jahren kommen sie wohl auch dahin,

begreifen des Seniorenlebens Sinn.

 

Täglich setzen die Jahre neue Zeichen-

Was will man eigentlich noch erreichen?

Schließlich hat man silberne Locken auf dem Kopf

Und hängt nicht hilflos im Bett am Tropf.

 

Wir reisen auch noch gerne,

doch Kaffeefahrten sind nicht mein Ding –Gott sei Dank-

ich habe meinen Kaffee zu Hause und noch alle Tassen im Schrank!

In diesem Sinne machen wir uns gegenseitig Mut,

und tun alles, was uns gut tut!

 

Noch eins:

Bleibt neugierig, blickt gespannt auf den morgigen Tag,

der uns Hoffnung und viel Frohsinn bringen mag!

 

(Ch. Bärwinkel, August 2014)

 

überzeugte uns alle davon, man kann in der Volkssolidarität älter werden, aber keinesfalls alt!

Erzählsalon in Bad Doberan

Viele Geschichten aus den schweren Anfangsjahren der Volkssolidarität konnten wir in Bad Doberan hören. Vor allem Frauen waren es, die als Hauswirtschaftshelferinnen bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad über Land fuhren, um den ihnen anvertrauten Menschen Essen zu bringen, Hilfe zu leisten und menschliche Wärme zu geben. Dass sie noch immer den Gedanken des Helfens in sich tragen, zeigt auch heute ihr großes Engagement für die Volkssolidarität. Ob als Ortsgruppenleiterin, Leiterin einer Begegnungsstätte oder beim Spendensammeln, sie bringen sich ein und haben die Volkssolidarität fast zu ihrem zweiten zu Hause werden lassen.

Viele Geschichten aus den schweren Anfangsjahren der Volkssolidarität konnten wir in Bad Doberan hören. Vor allem Frauen waren es, die als Hauswirtschaftshelferinnen bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad über Land fuhren, um den ihnen anvertrauten Menschen Essen zu bringen, Hilfe zu leisten und menschliche Wärme zu geben. Dass sie noch immer den Gedanken des Helfens in sich tragen, zeigt auch heute ihr großes Engagement für die Volkssolidarität. Ob als Ortsgruppenleiterin, Leiterin einer Begegnungsstätte oder beim Spendensammeln, sie bringen sich ein und haben die Volkssolidarität fast zu ihrem zweiten zu Hause werden lassen.

Auch in den Wendejahren war der Beginn nicht einfach, die Umstrukturierung brachte viel Neues für die Mitarbeiter. Anfangs nur noch als ABM-Kraft beschäftigt, konnte erst allmählich wieder ein fester Mitarbeiterstamm aufgebaut werden. Und als Treffpunkt musste schon mal eine alte Garage herhalten.

Natürlich gab es auch viel zu lachen und so geben wir ein großes Danke an Frau Petersen und alle Beteiligten des schönen fröhlichen Vormittags.

Start der Geschichtennachmittage in Torgelow

Biografiearbeit zum 70. Jahrestag des Verbandes

Die Zeit vor Weihnachten lässt uns näher zusammenrücken. Bei Kerzenschein, in gemütlicher Runde fällt es nicht schwer die eine oder andere Geschichte aus dem eigenen Leben auszukramen und zu erzählen. 

Sechs Mitglieder der Volkssolidarität aus dem Uecker-Randow Kreisverband trafen sich am 15. Dezember zum ersten Erzählsalon. Eine Veranstaltungsreihe, die wir im 70. Jahr der Volkssolidarität  landesweit durchführen wollen, um so möglichst viele Erinnerungen zu erzählen und zu bewahren. Am Ende wird es ein Buch geben, das wir uns alle zum 70. Jahrestag der Volkssolidarität schenken. Frau Seifert begleitete als sachkundige Saloniere die Runde.

Es gab an diesem Abend viel zu hören über schöne, kuriose und spannende Erlebnissen in 70 Jahren Volkssolidarität. Jeder erzählte auf anrührende oder lustige Weise seine besondere Erinnerung. Da ging es um Ängste in den Wendejahren, um einen Neuanfang und um die große wirkliche Solidarität untereinander. Doch ob es die Geschichte von der deftigen Bauersfrau war, welche die blutjunge Kassiererin der Volkssolidarität mit ihrem Mann verwechselte und mit einem kräftigem Fluch wieder rausschmeißen wollte oder die an einer Tankstelle vergessenen Reisenden, es gab auch viel zu lachen.

Ein schöner Abend, der den Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird und hoffentlich vielen Kreisverbänden Anregung für einen eigenen Erzählsalon ist, wie am 17. März im Kreisverband Bad Doberan.