Volkssolidarität


Landesverband Brandenburg e.V.

Deeskalation im Praxistest

Trainingsangebot der Volkssolidarität in Potsdam

Nicht immer bleibt es friedlich
Nicht immer bleibt es friedlich
Vor allem in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen tritt sie auf: die Aggressivität. Um in solchen Spannungssituationen richtig zu reagieren und den Konflikt nicht noch anzuheizen, hat die Volkssolidarität ihrem Fachpersonal ein Trainingsangebot unterbreitet. Ende Juli fand im Potsdamer Bürgerhaus Am Schlaatz ein zweitägiges Deeskalationstraining statt, das sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bereichs Hilfen zur Erziehung wandte. Als Dozent wurde eingeladen der selbständige Kampftrainer Daniel Trumbach.  Wie die Referentin Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Sonja Glätzer in Vorfeld mitteilte, war das Interesse unter den pädagogischen Fachkräften an der Veranstaltung so groß, dass zwei Gruppen gebildet werden konnten, die jeweils am 28. und 29. September den Folgentermin haben werden.

Angemeldet hatten sich VS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom RV Bürgerhilfe (Sozialpädagogische Familienhilfe, SPFH), von der Jugendwohnanlage des VB Fläming-Elster, vom Heimverbund des KV Barnim, vom SPFH und Wohngruppe des VB Oberhavel und vom Wohnverbund des VB Mittelmark.  Ziele der Übung waren zum einen, präventiv zu arbeiten und schon im Vorfeld zu erkennen, wann eine Situation zu eskalieren droht. Zum anderen sollten dabei Techniken der Deeskalation vermittelt werden, um die aufgetretene Aggression sich möglichst nicht weiter in eine Situation steigern zu lassen, bei der am Ende nur noch der Anruf bei Polizei und Krankenwagen übrig bleibt.

Aggression trete im Verhältnis der Kinder untereinander auf, aber auch gegenüber Erwachsenen, sagte Glätzer. Mitunter ziehen sich gefährdete Kinder zurück, schotten sich ab, wobei aber das Konfliktpotenzial noch gesteigert werden könne. Hier sind starke und selbstsichere Erzieherinnen und Erzieher gefragt, die die Kinder und Jugendlichen selbst, andere jugendliche Klienten und sich selbst schützen können.

Rund 150 Kinder und Jugendliche werden von Einrichtungen der brandenburgischen Volkssolidarität ambulant oder stationär betreut, zum Teil auch innerhalb der Familie. Es sei nicht zu leugnen, dass der Anteil der verhaltensauffälligen oder sogar verhaltensgestörten Minderjährigen zugenommen habe, fuhr die Referentin  Glätzer fort. Unter den Betreuten seien auch Flüchtlingskinder, die praktisch alle traumatisiert seien. In vielen Fällen komme das erst Monate oder Jahre später zum Ausbruch. In der Trainingsveranstaltung gelte es, Erzieher zu stärken und sie so vorzubereiten, dass sie in solchen Situationen das Richtige tun. Bisher mussten sie sich eher auf ihre Erfahrungen verlassen und haben mehr oder weniger "aus dem Bauch heraus" gehandelt. Vor allem jüngere Mitarbeiter könnten allerdings schnell überfordert sein und falsch reagieren. Der Wunsch nach einer solchen Qualifizierung bestand schon lange, erklärte die Referentin.  Alle Teilnehmer sollten beim ersten Termin eine "Hausaufgabe" bekommen, die sie bearbeiten müssen und deren Ergebnisse beim Folgetermin im September ausgewertet werden.

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