Volkssolidarität


KV Schmalkalden-Meiningen e.V.

Geschichte der Volkssolidarität Thüringen

Mai 1945 - Kriegsende

 

Überall regten sich Hände, um die Not zu lindern. Hungrige wurden gespeist. Geld, Schuhe, Kleider wechselten freiwillig ihre Besitzer und oft gerade waren es jene Menschen, die Not und Elend am eigenen Leibe kennen gelernt hatten, die ihr Letztes mit den Notleidenden teilten.

Auch in Thüringen, dem "Grünen Herzen Deutschlands," entbrannte spontan ein Kampf gegen die Not. Aber bald stellte sich heraus, daß dieser spontane Kampf nicht genügen würde, um mit den vielen Problemen fertig zu werden. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand im Spätsommer des Jahres 1945 die "Thüringen-Aktion gegen Not", die bestimmt war, dem freiwilligen Kampf gegen Not das notwendige organisatorische Gefüge zu geben.

Am 24.10.1945 fand in Dresden die Gründungskonferenz der Volkssolidarität statt, die vom Vertrauen in die eigene Kraft und beflügelt von der großen Vision des Miteinander-Füreinander geprägt war.

Um den Notstand der ersten Jahre zu beheben, wurden Eirichtungen wie Nähstuben, Schuhmacherwerkstätten, Schneiderwerkstätten, Tischlereien, Böttchereien, Tauschzentralen, Unterkünfte, Wärmestuben, Suppen- und Waschküchen geschaffen.

Die Gemeinschaft Volkssolidarität Thüringen baute umfassende Einrichtungen für die Kinderfürsorge auf. In 2 Kinderdörfern (z.B. Kinderdorf Wilhelmsthal) und 5 Kinderheimaten und Dauerheimen haben elternlose Kinder eine neue Heimat gefunden.

Die Gemeinschaft Volkssolidarität war bei allen großen Einsätzen gegen die Not an vorderster Stelle, gemäß ihrem Motto Miteinander-Füreinander. Als im Jahre 1948 zu einer Aktion "Rettet den Thüringer Wald vor dem Borkenkäfer"; aufgerufen wurde, war es auch die Volkssolidarität Thüringen, die mit 2220 Einsatzkräften von rund 280.000 Arbeitsstunden einen großen Anteil an dieser Aktion leistete. Gleiche Einsatzbereitschaft wurde bei der Beseitigung der Schäden der Unwetterkatastophe in Bruchstedt im Mai 1950 gezeigt.

Auch über die Landesgrenzen hinweg hat die Gemeinschaft Volkssolidarität ihre solidarische Verbundenheit bewiesen. So fanden Kinder Werktätiger aus dem Ruhrgebiet Erholung in Thüringen. Bei der Hilfsmaßnahme für die Kinder der Werktätigen aus Watenstedt-Salzgitter war es die Volkssolidarität Thüringen, diesich maßgeblich bei der Unterbringung und derVermittlung weiterer Erholungsfreistellen betätigte.

In den Folgejahren war die Volkssolidarität Thüringen stets bemüht, sich um die älteren Bürger zu sorgen, gemäß ihrem Motto Miteinander-Füreinander. In der DDR war die Volkssolidarität mit anderen Organisationen in der Nationalen Front vereint.

Beginnend mit der Wende im Herbst 1989 bildete sich der selbstständige Kreisverband Eisenach e.V. der Volkssolidarität, der bis zum Jahre 1994 seine Aufgaben erfüllte. Die bedeutendste Leistung während des Umbruchs auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bestand darin, daß die soziale und kulturelle Betreuung unserer älteren Menschen ohne Unterbrechung, auch wenn zeitweilig keine Mittel zur Verfügung standen, fortgesezt werden konnte. Im Dezember 1990 wurde die Volkssolidarität Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Im Zuge der Gebietsreform erfolgte eine Zusammenlegung der Kreise Eisenach und Bad Salzungen zum Wartburgkreis. Dabei lösten sich beide Kreisverbände auf und gründeten den Kreisverband "Wartburgkreis"der Volkssolidarität.

Im Herbst 1998 übernahm der Kreisverband Schmalkalden-Meiningen e.V. die Mitgliederbetreuung und den Geschäftsbereich des Wartburgkreises, der seither getreu dem Motto Miteinander-Füreinander seine Arbeit leistet.

 

 

Besonderer Dank gilt Frau Waltraut Volkmann, ohne Ihre erhaltenen Dokumente hätte dieser kurze Abriß nicht in dieser Form entstehen können.