Volkssolidarität


KV Gera e.V.
31.05.2016

Bildung und Teilhabe für alle Kinder ermöglichen

Die Volkssolidarität fordert, die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte auf Bildung sowie Förderung und Entwicklung für alle Kinder in Deutschland zu verwirklichen. Das erklärte Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff anlässlich des Internationalen Kindertages am 1. Juni.

"Der Internationale Kindertag ist für uns nicht nur Anlass zur Freude“, betonte Friedersdorff. „Armut von Kindern und ihren Familien ist weiterhin ein grundlegendes Problem in unserer Gesellschaft. Rund 2,5 Millionen Kinder wachsen in Deutschland in Armut auf.“ In Anbetracht der Flüchtlingszahlen sei zu befürchten, dass der Anteil weiter steigen wird. Zugang zu sozialer und kultureller Teilhabe sei in der Bundesrepublik weiterhin stark von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängig, kritisierte der Verbandspräsident. „Die Bundesregierung muss dafür Sorge tragen, dass nicht nur existenzielle Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen gedeckt werden. Auch die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben – etwa im Sportverein oder im Musikunterricht – muss für alle Kinder und Jugendlichen möglich sein.“

Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung habe seine Ziele verfehlt und gehe an der Lebenswirklichkeit von Familien vorbei, stellte Friedersdorff fest. Anstatt Kindern aus einkommensarmen Familien Angebote zu machen, werde erwartet, dass die Eltern bzw. deren Kinder aktiv werden. Die separate Antragsstellung führe dazu, dass ein Großteil der Leistungen nicht abgerufen wird. „Die Volkssolidarität unterstützt die Forderungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, die Zuständigkeit für das Bildungs- und Teilhabepaket den Job-Centern zu entziehen und an die Jugendämter zu übergeben. Notwendig ist zudem, im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) einen Rechtsanspruch auf Teilhabe einzuführen. Vom Antragsprinzip muss Abstand genommen und die Hürden für die Inanspruchnahme deutlich gesenkt werden.“

Seit mehr als 70 Jahren übernimmt die Volkssolidarität Verantwortung für Bildung, Erziehung und Betreuung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Heute ist der Verband Träger von über 400 Kindertagesstätten sowie Kinder- und Jugend-Einrichtungen mit mehr als 45.000 betreuten Kindern und Jugendlichen.