Volkssolidarität


KV Gera e.V.
Bild: TMASGFF

Waldemar Lenzer mit Thüringer Rose geehrt

Am 2. Dezember wurde Waldemar Lenzer, Ehrenvorsitzender der Volkssolidaritä Gera, von  der Thüringer Sozialministerin Heike Werner in Erfurt mit der „Thüringer Rose“, der Auszeichnung für ehrenamtliches soziales Engagement des Freistaates Thüringen, ausgezeichnet.

 

Bild: TMASGFF
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Insgesamt erhielten elf Frauen und Männer die Thüringer Rose. Die Auszeichnung soll an die Heilige Elisabeth von Thüringen erinnern und wird seit 1993 an Menschen verliehen, die sich ehrenamtlich in Thüringen für hilfebedürftige Mitmenschen engagieren.

 

 

 

 


Hier die Laudatio der Sozialministerin Heike Werner für Waldemar Lenzer:

Lieber Herr Lenzer,

sie haben die Volkssolidarität in Gera aufgebaut, von Anfang an mitgestaltet und die Arbeit des Verbandes organisiert. Nach der politischen Wende haben Sie im neugegründeten und noch jungen Land Thüringen mitgeholfen, die Volkssolidarität als einen sozialwirtschaftlichen Dienstleister und eine sozialpolitische Interessenvertretung zu etablieren.

Ihre Verbindung zur Volkssolidarität entstand dabei aus ganz humanistischen Motiven. Kurz vor Kriegsende wurden Sie noch von der Schulbank geholt und an die Ostfront geschickt. Sie gerieten in Gefangenschaft und erkrankten nach Ihrer Rückkehr 1947 schwer an Tuberkulose.
Sie überlebten und erhielten frisch genesen als Heimkehrer 50 Mark Startgeld, gesammelt von der Volkssolidarität. Als Sie den Andrang bei der Ausgabe sahen und wollten Sie sofort mithelfen.

Die Volkssolidarität brauchte in den Nachkriegsjahren jede helfende Hand, um elternlose Kinder unterzubringen oder die aus dem Osten ankommenden Flüchtlinge und Heimkehrer zu versorgen. Sie zögerten keine Sekunde, sich einzubringen. Sie arbeiteten damals am Bahnhof und schenkten Kaffee aus. Sie halfen auch bei Sammlungen mit und verteilten die Spenden später an die Bedürftigen.

Im Ausschuss der Volkssolidarität waren Sie seinerzeit für die Jugendarbeit zuständig. Sie und Ihre Mitstreiter organisierten, dass Flüchtlinge und elternlose Kinder in ehemaligen Schlössern, Herrschaftsgütern und auch in Privatwohnungen untergebracht wurden. Und schon damals gab es Vorbehalte: Die Umsiedler wurden nicht überall mit offenen Armen empfangen, gerade dort nicht, wo man selbst Not litt.

Lieber Herr Lenzer, Sie begannen dann wieder zu lernen, später studierten Sie und wurden Lehrer, dann Volkshochschuldirektor, arbeiteten als Sozialpädagoge. Sie sind der Volkssolidarität dabei immer treu geblieben und waren dort über 40 Jahre haupt- und ehrenamtlich tätig.

Es ist maßgeblich Ihr Verdienst, dass die Volkssolidarität auch nach der politischen Wende bestehen blieb. Dafür setzten Sie sich zwischen 1990 und 1996 als Vorstandsvorsitzender des Landesverbands Thüringen ein. Sie waren 8 Jahre Kreisvorsitzender der Volkssolidarität in Gera. Sie sind mittlerweile Ehrenvorsitzender, bringen nach wie vor Ihren großen Erfahrungsschatz ein und geben ihr Wissen an die nächsten Generationen weiter.

Lieber Herr Lenzer, sie gehören zu den Pionieren der Volkssolidarität. Sie haben sich ein Leben lang für die Interessen und Bedürfnisse vor allem der älteren Menschen eingesetzt. Generationen miteinander zu verbinden ist Ihre Lebensaufgabe.

Für diese Verdienste und Ihre Lebensleistung möchte ich Sie heute mit der „Thüringer Rose“ auszeichnen.