Volkssolidarität


KV Frankfurt (Oder) e.V.

Pflegen und helfen – Beruf und Berufung

 

Im Gespräch mit

Heike Dinnebier, Pflegedienstleiterin und Solveig Ludwig, Stellvertreterin

 

Im Jahr 2017 steht ein Jubiläum ins Haus?

Ja, wir werden im September 20 Jahre alt und können stolz Bilanz ziehen. Zurzeit sichten wir Dokumente aus den Anfangsjahren. Unsere Anfänge und heute -vieles ist anders... Erstaunliches tritt zutage, etwa das Aussehen der Dienstpläne: mit dem Kuli, Linien mit dem Lineal gezogen, alles mit der Hand. Und heute? Der Computer ist nicht mehr wegzudenken.

 

Zur Bilanz gehören sicher auch Zahlen. Vielleicht einige prägnante...

25 Mitarbeiter, 4 Ehrenamtler,

2 Auszubildende

Altersdurchschnitt: 42 Jahre

150 Patienten

Umsatzsteigerung 2015 zu 2014 um 21,7%

Hinter den nüchternen Zahlen stehen ja ungezählte Schicksale und Ereignisse.

Was ist für 2016 und 2017 zu erwarten?

Was ist für 2016 und 2017 zu erwarten?

Die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung wird eine Steigerung unserer Leistungen bringen. Doch aktuell sind unsere Kapazitäten ausgelastet. Ja, wir müssen sogar Patienten ablehnen – der Bedarf ist da, doch unser Personalbestand erlaubt keine Steigerung. Wir bräuchten mehr ausgebildetes und geeignetes Pflegepersonal. Doch das ist rar. Nunmehr bilden wir auch selbst aus. Neben der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten geht es auch um Einfühlungs-vermögen und Fingerspitzengefühl im Umgang mit den zu betreuenden Personen.

Sozialarbeit ist ein Feld ständiger Veränderungen von Gesetzlichkeit, Vorschriften, Neuerungen. Sie mussten sozusagen immer am Ball bleiben...

Ja, ohne Zweifel. Ständige Weiterbildung ist und bleibt unverzichtbar. Wir begleiten ja immer den lebendigen Patienten, 2017 wechselt er von der Pflegestufe in den Pflegegrad mit neuen Herausforderungen an uns.

Sozialarbeit stand und steht immer unter Zeit- und Kostendruck. Wie verkraftet das Ihre „Mannschaft“?

Na, weil wir sozusagen eine „gute Truppe“ sind. Wir stehen füreinander ein. Es gibt eine hohe Bereitschaft bei Planänderungen, beim kurzfristigen Ausfall von Kolleginnen einzuspringen. Unsere Arbeitszeiten gehen ja eigentlich wie es heißt „rund um die Uhr“. Unterwegs sind wir an heißen Sommertagen wie auch bei Frost und Schnee. Und immer in Bereitschaft, immer muss der PKW-Motor anspringen... Wie zum Beweis kommt im Gespräch ein Anruf vom Klinikum, der sofortiges Handeln erfordert. Solveig Ludwig

pausiert beim Interview und telefoniert, handelt...

Die Kolleginnen sind ja immer ganz nah am Patienten, verrichten eine Vielzahl materieller, physischer Hilfen. Aber der Mensch besitzt  ja auch eine Psyche..., ausgedrückt in unserem Motto: Miteinander-Füreinander...

Die Zeit für Hilfe ist bemessen, aber es gilt auch „ich habe Zeit“ - für ein aufmunterndes Wort. Wir versuchen auf spezielle Wünsche einzugehen, haben den Blick auf die Wohnung, bringen auch mal die Zeitung mit rein. Ja, wir besitzen ein Gefühl für die mannigfaltigen Nöte unserer Patienten.

Öffentlichkeitsarbeit ist ja heute ein verbreiteter Begriff. Betreibt die Sozialstation auch Öffentlichkeitsarbeit?

Ja, aber natürlich. Für uns heißt das: Wir repräsentieren die Sozialstation in der Öffentlichkeit, z. B. in der Mitwirkung bei der Aktion „Helfende Hände“, nutzen auch „Tage der Offenen Tür“ von Einrichtungen. Zuletzt in der „Schule für Gesundheitsberufe“ Eisenhüttenstadt.

 

Das Gespräch wurde im Dezember 2016 von Frau M. Möbus-Zweig und Herrn W. Gerstmeyer geführt