Volkssolidarität


Elbtalkreis-Meißen e.V.

Demenzzentrum Coswig

Über uns

Das Demenzzentrum der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen stärkt Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Dazu zählen psychisch Kranke, geistig Behinderte oder Personen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen. Menschen mit einer leichten Demenz sind beispielsweise körperlich problemlos in der Lage, sich anzuziehen und zu waschen, wissen aber krankheitsbedingt nicht mehr, dass dies notwendig ist und wie es geht.

 

Einmal pro Woche werden sie in kleinen Gruppen betreut und durch Situationen des Alltags in grundlegenden Fähigkeiten gefördert und aktiviert. Dabei wird sich an dem Pflegemodell von Erwin Böhm orientiert, wobei das Normalitätsprinzip in die tägliche Arbeit einfließt. Was heißt: Das Fachpersonal respektiert und nutzt bewusst frühere Alltagsgewohnheiten der Patienten. Auf dieser Grundlage wird eine Situation geschaffen, die ihnen von früher bekannt ist und damit vertraut vorkommt. So trifft man sich zum Kaffee oder zum gemeinsamen Kochen oder zu Ausflügen.

 

In diesem Rahmen erfolgt die individuelle Betreuung und Förderung. Die Mitarbeiterinnen nehmen zum Beispiel in lockeren Unterhaltungen Gesprächsinhalte auf und erhalten wichtige Informationen zur Biografie des Einzelnen. Erinnerungen an konkrete Ereignisse werden geweckt, was wiederum zur Aktivierung des Gehirns beiträgt.

 

Aktuell umfasst die Betreuung des Einzelnen im Demenzzentrum rund zwei Stunden pro Woche, inklusive Pausen. Das Mittagessen erfolgt anschließend gemeinsam. Es kann dazu die Dienstagsgruppe oder die Mittwochsgruppe besucht werden. Die jüngsten Patienten sind um die 60, die ältesten knapp 100 Jahre alt. Sie kommen aus Radebeul, Coswig, Weinböhla und dem Meißner Umland. Das Angebot schließt einen Fahrdienst ein, der die Gruppenmitglieder von zu Hause abholt und wieder heimbringt.

 

Das Demenzzentrum der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen ist an den Ambulanten Pflegedienst in Coswig angegliedert, arbeitet jedoch als separate Einrichtung. Eröffnet werden konnte es im März 2015, dank der stufenweisen Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes. Diese Neuerung hat zur Folge, dass von staatlicher Seite nun auch für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz ein Pflegebedarf anerkannt wird und die Kosten für dieses Betreuungsangebot von den Pflegekassen übernommen bekommen.

 

Was uns besonders freut: Dieses Angebot wird inzwischen auch stark von Senioren mit Pflegestufe genutzt, deren Alltagskompetenz bislang nicht eingeschränkt ist. Infolge des neuen Pflegestärkungsgesetzes können sie ebenfalls das Betreuungsgeld für Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Für sie finden Gruppentreffs am Donnerstag und Freitag statt. Gerade Alleinstehende kommen, wie sich gezeigt hat, gern in die Gruppen und genießen die Gemeinschaft. Damit hat sich das Demenzzentrum in weniger als einem Jahr sogar über unser eigentliches Ziel hinaus entwickelt.