Volkssolidarität


Elbtalkreis-Meißen e.V.

Vorbereitungsarbeiten für Seniorenwohnsiedlung

Zurzeit werden Zauneidechsen innerhalb Weinböhlas umgesiedelt

Es geht voran auf dem Weinböhlaer Gelände zwischen Dresdner Straße und Schwarzem Weg, wo die VS Elbtalkreis-Meißen ab 2020 eine in Ostdeutschland bislang einzigartige Ü55-Senioren-Wohnsiedlung betreiben möchte. Gegenwärtig werden als wichtige Voraussetzung für die Genehmigung des Bebauungsplanes Auflagen des Artenschutzes erfüllt. Konkret werden die auf dem Areal lebenden Zauneidechsen gefangen und auf einer Ausgleichsfläche in Weinböhla angesiedelt.

 

Das muss bis Ende September erfolgen, weil die Reptilien im Boden überwintern. Die kalte Jahreszeit überleben sie bis zu 40 Zentimeter unter der Erde im frostfreien Raum. Um die Tiere zu finden, hat die Dresdner Firma pro bios an festgelegten Stellen rund 300 Eimerfallen eingegraben.

 

Die Fachleute messen, wiegen und katalogisieren eingefangene Tiere. Von Mitte bis Ende August wurden bereits 140 der Reptilien gefangen. Eine Population von 200 und 300 Tieren wird auf dem knapp 22.000 Quadratmeter großen und seit Jahrzehnten brach liegenden Gelände vermutet. Zauneidechsen stehen europaweit unter Naturschutz.

Die in Weinböhla gelegene Ausgleichsfläche umfasst rund 12.000 Quadratmeter. Sie wurde extra gepachtet und  fachgerecht durch entsprechende Pflanzungen – etwa einer Hecke – hergestellt. Alles in allem fallen für die Eidechsen-Umsiedlung rund 30.000 Euro an. Diese Kosten trägt die Weinböhlaer Gewerbepark GmbH. Sie ist Eigentümer des Grundstücks an der Dresdner Straße und schafft die Voraussetzungen zur Bebauung.

 

Nach einer Idee der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen sind auf einem Areal von rund 14.000 Quadratmetern drei Mehrfamilienhäuser mit 30 altersgerechten Mietwohnungen geplant und einem Begegnungszentrum. Darüber hinaus sollen neun Doppelhäuser mit ausbaufähigem Dachgeschoss entstehen, sogenannte Wohnbungalows. Die barrierefreien Doppelhaushälften mit Garten können gemietet oder gekauft werden. Das Angebot ist für ältere Menschen gedacht, die in einem großen Eigenheim wohnen und denen die Wohn- und Gartenfläche zu viel wird. Als zusätzliche Besonderheit der angedachten Seniorenwohnsiedlung gilt das Sicherheitskonzept. Die Anlage soll nachts geschlossen sein und tagsüber einen Sicherheitsdienst vor Ort haben.

 

Zum Errichten der kompletten Seniorenwohnsiedlung sind schätzungsweise 12 Millionen Euro erforderlich. Mehrere interessierte Investoren prüfen derzeit die Finanzierung des Projekts.

 

Der Baubeginn wird 2018 angepeilt. Die VS Elbtalkreis-Meißen will die Anlage künftig betreiben - als 13. Wohnpark des Kreisverbands. "Wir versuchen, eine Vision zu verwirklichen", sagt Geschäftsführer Frank Stritzke. "Von der Infrastruktur her ist es optimal." Straßenbahnstation und Bushaltestelle sind ebenso in unmittelbarer Nähe wie ein Supermarkt.

Der Bedarf an einer solchen Wohnform ist enorm. Das bestätigt auch der Weinböhlaer Bürgermeister. Im Rathaus seien nach Bekanntwerden des Projekts viele Nachfragen eingegangen, so Siegfried Zenker (CDU). Auch die Weinböhlaer Gewerbepark GmbH führt bereits Wartelisten.