Volkssolidarität


Elbtalkreis-Meißen e.V.

Tausende fordern bessere Kita-Bedingungen

Als Graswurzel-Mitglied beteiligte sich die VS an den Aktionen am 20.9.

Rund 3.000 Personen sind am Weltkindertag in Dresden für bessere Rahmenbedingungen in Sachsens Kitas auf die Straße gegangen. Damit folgten Erzieher, Eltern, Kinder sowie Vertreter von freien Trägern, Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege und Gewerkschaften dem Aufruf des frisch formierten sächsischen Graswurzel-Bündnisses „Die bessere Kita“. Zu dessen Gründungsmitgliedern gehört die VS Elbtalkreis-Meißen. Etwa 250 Pädagogen des Vereins demonstrierten mit.


Die Einrichtungen waren ab 15 Uhr geschlossen, um den Beschäftigten die Teilnahme zu ermöglichen.

Zentraler Treffpunkt am 20. September war das Dresdner Rathaus an der Goldenen Pforte. Hatten sich gegen 15.30 Uhr zunächst nur kleine Grüppchen versammelt, strömten eine Viertelstunde später die Massen auf den Platz. Pünktlich um 16 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung und lief in Begleitung der Polizei auf der gesperrten Fahrbahn der St. Petersburger Straße Richtung Elbe. Es ging über den Pirnaischen Platz und die Carolabrücke zum Parkplatz an der Sarrasani-Straße, der direkt gegenüber dem sächsischen Kultus- und Finanzministerium liegt. Zahlreiche Politiker aus Landes- und Bundespolitik schlossen sich den Protestlern an.

 

An der Sarrasani-Straße fand ab 17 Uhr eine große Kundgebung statt. Auf einer Bühne meldeten sich Stimmen aus der Mitte der Gesellschaft zu Wort. Neben einer Kita-Leiterin sprach der Professor für Psychologie und Rektor der Evangelischen Hochschule Dresden, Prof. Dr. Holger Brandes. Auch bezog  der Sprecher des Stadtelternrats Dresden, Sascha König-Apel, in einem kurzen Redebeitrag Position zum Thema.

 

Zudem wurde die aktuelle Kita-Situation einmal aus einer interessanten anderen Perspektive gespiegelt: Der mehrfache Biathlon-Weltmeister und -Olympiasieger Frank-Peter Roetsch (Foto) erläuterte, dass Spitzenleistungen entsprechend ideale Rahmenbedingungen voraussetzen - eine goldene Regel nicht nur im Leistungssport. Der deutschlandweit anerkannte Pantomime Ralf Herzog veranschaulichte ganz ohne Worte den Unterschied einer Erzieherin jetzt zu einer im Betreuungsschlüssel-Paradies.

Auf dem Parkplatz gab es auch zahlreiche Angebote für Kinder wie eine Hüpfburg, ein Feuerwehrauto, einen Clown, einen Luftballonstand und Kinderschminken. Hier genauso wie an den Versorgungspunkten engagierten sich zahlreiche Mitarbeiter der VS Elbtalkreis-Meißen.

 

Zeitgleich zu der Veranstaltung in Dresden machten Mitglieder des Graswurzel-Bündnisses mit landesweiten Aktionen in Leipzig, Chemnitz und Freiberg mobil. An allen Standorten kamen jeweils gut 1.000 Teilnehmer zusammen.

 

Damit gelang es dem Bündnis, am Weltkindertag auf seine Forderungen an die Landes- und Kommunalpolitik aufmerksam zu machen. Konkret sind das:

 

  • die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation,
  • die Anerkennung der mittelbaren pädagogischen Arbeit,
  • die Anrechnung von Ausfallzeiten (z.B. Praxisanleitung, (berufsbegleitende) Ausbildung, Fortbildung, Krankheit, Urlaub) auf den Personalschlüssel,
  • die Freistellung für Leitungsaufgaben,
  • eine Strategie zur Gewinnung, Bindung und Qualifizierung von Fachkräften

 

Seit dem Schritt von der Graswurzelinitiative zum Graswurzelbündnis wird dem Thema "Frühkindliche Bildung in Sachsen" eine stärkere Öffentlichkeit zuteil. Viele Politiker signalisieren Gesprächsinteresse. So hatte am 11. September die Sprecherin für Familienpolitik der SPD-Fraktion im sächsischen Landtag, Juliane Pfeil-Zabel, eine Graswurzel-Delegation eingeladen. Als amtierender Sprecher des Bündnisses überreichte Jens Kluge der Abgeordneten das am 31. August beschlossene Grundlagenpapier zum Selbstverständnis des Bündnisses, dessen Zielen und Strategien. Jens Kluge sagte: „Wir freuen uns, dass wir uns mit einer der beiden Parteien, die in Sachsen die Landesregierung stellen, konstruktiv ausgetauscht haben.“ 

 

Ende September soll es ein ähnliches Gespräch mit der sächsischen Kultusministerin Brunhild Kurth sowie - vorraussichtlich im Anschluss - mit Lothar Bienst geben, dem schulpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion. Jens Kluge betonte, dass die vom Graswurzelbündnis formulierten Forderungen nur gemeinsam erreicht werden können und nur mit der Bereitschaft aller Beteiligten, neue Haushaltsprioritäten zu setzen. „Es ist deshalb sehr begrüßenswert, dass Marion Junge von der Fraktion Die Linke bereits entsprechende Initiativen gestartet hat und auch Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen mehrfach bekundet haben, hinter unseren Forderungen zu stehen“, so Jens Kluge.