Volkssolidarität


Elbtalkreis-Meißen e.V.

1. Motopädie-Fachtag wird voller Erfolg

Nächstes Frühjahr wird es eine Fortsetzung des Angebots im DBZ geben

Sie nahmen zum Teil weite Anreisen in Kauf - die Teilnehmer des 1. VS-Fachtags der Motopädie am 25. März in Radebeul. Das Feedback, das sie hinterließen, war nahezu euphorisch: "Ihr seid ein tolles Team", hieß es. Auch: "Sehr praktisch, gut anwendbar, klasse Verpflegung". Oder: "Super Weiterbildung - mit wenigen Mitteln viel erreicht." Tatsächlich wurde die halbtägige Fachtagung recht kurzfristig organisiert, als VS-Motopädin Manuela Jürß bemerkte, dass der Bereich im Osten in Vergessenheit zu geraten droht.

Denn während die „Motopädie“ bei westdeutschen Fachkräften längst in aller Munde ist, hat sie in den neuen Bundesländern noch einen schweren Stand. Entsprechend rar sind die Schulungsangebote zur Verbindung von Psychomotorik und Pädagogik im Osten. Diese Lücke schloss nun die VS Elbtalkreis-Meißen und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein.

Die Veranstaltung  „Ein bewegter Tag – ein Tag der Motopädie“ fand im Radebeuler Diagnostik- und Beratungszentrum der VS statt. Eingeläutet wurde sie öffentlichkeitswirksam Punkt 9 Uhr mit einer Trommlergruppe vor dem Radebeuler Diagnostik- und Beratungszentrum (DBZ). Teilnehmer waren ganz überwiegend Fachkräfte, die sich mit Bewegungsangeboten und einer bewegungsfreundlichen Umgebung für Kinder befassen. Als Dozenten konnten Heilpraktiker, Rehasport-Übungsleiter, Heilerziehungspfleger, Motopäden und Sportwissenschaftler gewonnen werden.

Auf dem Programm stand beispielsweise Yoga als bewegte Entspannungsarbeit mit Kita- und Grundschulkindern. Auch dem Thema „Gleichgewicht“ widmete sich eines der insgesamt sechs Angebote. Darin vermittelte die Dozentin, wie sich unser Gleichgewichtssystem motorisch entwickelt und wie es im Alltag spielerisch gefördert werden kann, ohne dass viel Raum und Material vonnöten ist. Ein Mathematik-Seminar zeigte wiederum, wie Kinder mit dem ganzen Körper – und damit ganzheitlich – Zahlen, Mengen und Geometrie erfahren können.

Der Fachtag mit seinen sechs Halbtages-Workshops war als eine Art Schnuppertag für einige Ganztagesschulungen der Weiterbildungsakademie des Kreisverbandes zu Motopädie-Themen in diesem Jahr gedacht. Aufgrund der überwältigenden Resonanz steht bereits fest, dass er nun jährlich stattfinden soll - immer im Frühling. "Wir wollen auch so klein, aber fein bleiben", kündigt Motopädin und DBZ-Leiterin Manuela Jürß an. Eine Expansion um eines größeren Teilnehmerkreises willen wird nicht angestrebt. Denn die Besucher gaben durchweg die positive Rückmeldung, dass sie den familiären Rahmen schätzten.

Die wachsende Bedeutung des Themas „Motopädie“ erklärt Manuela Jürß mit der veränderten Kindheit. Gingen Kinder früher nach Kita oder Schule ganz selbstverständlich draußen spielen, ist ihre Freizeit heute oft im Sinne ihrer Förderung durch die Eltern verplant. Aufgrund der Zeitersparnis werden sie zu Fußball, Musikschule & Co. gefahren. Statt bei Freunden vorbeizugehen, wird heute schnell angerufen. Auch der Medienkonsum steht aktiver Bewegung eher entgegen.

Für Manuela Jürß beginnt daher die Motopädie im ganz Alltäglichen mit dem Gedanken: Wann haben unsere Kinder Zeit, selbst in die Aktivität zu kommen? Und sie ist überzeugt: In vielen Fällen können Motopäden späteren motorischen Problemen vorbeugen. Damit werden Behandlungen bei Ergo- und Physiotherapeuten bestenfalls gar nicht erst notwendig.