Beeindruckende Vielfalt 17.01.2012
Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berieten am 30. Mai 2011 in Erfurt auf dem Ringelberg zu Situation, Aufgaben und Fragen zum ehrenamtlichen Engagement in den Verbänden und sozialen Einrichtungen der Volkssolidarität in Thüringen.

Workshop_Ehrenamt_250px_1Als Gast wurde Frau Manke, die Geschäftsführerin der Thüringer Ehrenamtsstiftung recht herzlich begrüßt. In ihren Ausführungen zum Ehrenamt heute sahen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren persönlichen Erfahrungen bestätigt. Allerdings konnten sie nicht ganz die Erfahrungen teilen, dass mit ca. 70 Jahren die Kräfte für das ehrenamtliche Engagement wohl doch etwas nachlassen - da begann oder beginnt so Mancher erst seine ehrenamtliche Karriere. Die älteste Vorsitzende einer Mitgliedergruppe ist mit 91 Jahren aktiv in Sachen Ehrenamt unterwegs.
Eine nächste Gesprächsrunde mit Frau Manke zu Möglichkeiten der Würdigung und Anerkennung des Ehrenamtes in Thüringen wünschten sich die Anwesenden. Das ist bereits geplant.

Workshop_Ehrenamt_250px_2Eine dem Workshop vorangegangene Befragung von 15 teilnehmenden Kreis- und Regionalverbänden der Volkssolidarität bestätigte die große Bedeutung des Ehrenamtes in der Volkssolidarität - 4.750 Ehrenamtliche leisten jährlich ca. 520 000 Stunden. Rechnen wir mit einem Mindestlohn von 7.50 EUR, so erwirtschaften sie 3.900.000 EUR.

Aber nicht nur die Wirtschaftskraft zeugt von einer enormen Leistung der Thüringer im Ehrenamt, auch die Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements ist beeindruckend. Die aktive Gestaltung des sozialen Lebens durch Vorstände und Beiräte kennzeichnet das soziale Engagement ebenso wie die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankung oder einzelne Projekte wie Patenschaften in Kindertageseinrichtungen.

Workshop_Ehrenamt_250px_4Bürgerschaftliches Engagement hat heute viele Gesichter und Motive.
Es ist uns wichtig, weiter an Fragen des bürgerschaftlichen Engagements dran zu bleiben und Bürgerinnen und Bürger für ein soziales Engagement in und mit der Volkssolidarität zu gewinnen sowie sich mit manchen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

Nicht jede Gefälligkeit in der Nachbarschaft ist bereits ein Ehrenamt, und somit auch haftpflichtversichert. Auch sind die Anwesenden überzeugt davon, dass bürgerschaftliches Engagement Pflege nicht ersetzen kann und darf. Profession und Ehrenamt sind klar zu definieren, die jeweiligen Tätigkeiten sind voneinander abzugrenzen und die Schnittstellen der Zusammenarbeit herauszuarbeiten und zu pflegen

Für Ehrenamtliche und Hauptamtliche gibt es heute und künftig wichtige und interessante soziale Tätigkeitsfelder, in denen das gemeinsame Engagement gefragt ist.

(Text: Dr. Ursula Kraus; Fotos: Kirsten Seyfarth)