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50 Jahre Chor

Chor der Volkssolidarität Saalfeld feiert 50-Jähriges

  • Der Chor der Volkssolidarität Saalfeld gestern bei seinem Jubiläumsauftritt anlässlich seines 50-jähriges Bestehens. Rund 20 Sängerinnen und Sänger mit einem Durchschnittsalter von über 80 Jahren zählt der Chor und freut sich über neue Mitstreiter. Foto: Klaus Moritz Der Chor der Volkssolidarität Saalfeld gestern bei seinem Jubiläumsauftritt anlässlich seines 50-jähriges Bestehens. Rund 20 Sängerinnen und Sänger mit einem Durchschnittsalter von über 80 Jahren zählt der Chor und freut sich über neue Mitstreiter. Foto: Klaus Moritz
Goldenes Chorjubiläum: Chor der Volkssolidarität Saalfeld feierte am Mittwoch sein 50-Jähriges. Das Durchschnittsalter des rund 20 Mitglieder zählenden Ensembles liegt bei gut 80 Jahren. Jüngere Mitstreiter sollten trotzdem über 60 sein.
Saalfeld. Aufregung vor einem Auftritt kennen sie kaum noch. Und sie singen sich auch nicht mehr ein. Schon gar nicht, wenn sie gefeiert werden.

Gefeiert haben die Sängerinnen und Sänger des Chores der Volkssolidarität in Saalfeld gestern den 50. Jahrestag des Bestehens ihres Ensembles mit einem kleinen Konzert. Dazu hatten sie sich mit den Chören der Volkssolidarität Rudolstadt und Ranis singende Gäste eingeladen. Glückwünsche überbrachte auch Saalfelds stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Dütthorn (CDU).

Keines der heutigen Chormitglieder hat die Gründung einst direkt miterlebt und so weiß auch keiner genau, an welchem Tag das Ensemble wirklich aus der Taufe gehoben wurde. "Die damalige Clubleiterin Elisabeth Gutbier hat den Chor gegründet", weiß Erna Römisch (83) aus der Chronik. Chor nannte sich das Ganze vor 50 Jahren noch nicht, sondern Singegruppe. Die bestand aus zehn Sängern, in Spitzenzeiten seien es 27 gewesen. Heute kommt man, wenns allen gesundheitlich gut geht, auf 20 Leute, die auf der Bühne stehen.

  • Anneliese Wötzel ist mit 90 Jahren eine der ältesten Sängerinnen im Chor und zudem eine der Anneliese Wötzel ist mit 90 Jahren eine der ältesten Sängerinnen im Chor und zudem eine der "Dienstältesten" mit über 20 Chorjahren. Foto: Klaus Moritz
Im Schnitt sind die Sängerinnen und zwei Sänger um die 80 Jahre alt. Anneliese Wötzel (90) ist eine der ältesten und wurde gestern nach zehn Jahren aktiver Chorarbeit offiziell verabschiedet. Elfriede Melle ist mit 88 Jahren zwar auch nicht mehr die Jüngste, hat als Sopranistin aber noch eine der besten Stimmen und wird daher auch bei Soli besetzt. Ihr stimmliches Potenzial erkannte auch der ehemalige Chorleiter Rolf Schieferdecker, "der mich zum Frauenchor abgeworben hat, in dem ich auch noch singe", sagt die Seniorin nicht ohne Stolz.
Heidelore Köhn (78) hat den Weg zum Chor der Schwiegertochter zu verdanken und glaubt, "ich habe nur noch eine Quakstimme."

Chorleiterin Marion Meinhardt (49) aus Rudolstadt, die den Chor 1997 übernommen hat, nachdem er sechs Monate ohne Leitung war, sieht das ganz anders. "So schlecht singen die gar nicht", erinnert sie sich gern an einen Auftritt erst jüngst in Crösten. Eine Stunde lang auf der Bühne zu stehen fordert den hochbetagten Sängern auch körperlich einiges ab, "aber Singen ist für uns keine Anstrengung, es ist Freude", spricht Christa Fabig (76) auch für die anderen. Sie selbst singe sehr gern und man hört sofort, dass sie das im Sopran tut.

Notenkenntnisse sind für das Mitwirken in diesem Chor keine Voraussetzung, eher schon, dass man über 60 ist. Neue Sängerinnen und vor allem Sänger sind zu den Proben jeweils mittwochs von 14 bis 15 Uhr im Club der Volkssolidarität in der Saalfelder Richterstraße willkommen, "aber sie müssen von der Altersstruktur schon zu uns passen", lächelt Erna Römisch.


Ute Häfner / 18.08.11 / OTZ