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Den Auftakt bildete ein Tasse türkischen Mokka oder ein Glas türkischen Tee,serviert vom ausgesprochen freundlichen Personal in einem Bistro des Kellergeschosses des prächtigen Bauwerkes. Danach startete die Führung im Konferenzraum gleich daneben gelegen. Gastgeber war ein junger Mann mit türkischen Wurzeln, der in der Begegnungsstätte als Zivildienstleistender tätig ist. Daran zeigt sich gleich eine bundesweitre Besonderheit der Duisburger Moschee: Nur bei ihr besteht die Kelleretage aus einer Begegnungsstätte, deren Bau von EU und Land NRW mit 3,4 Millionen Euro gefördert wurde. Der Trägerverein der Moschee, die Türkisch-Islamische Union (DITIB) ist nur für die Moschee selber zuständig. In den Räumen der Begegnungsstätte haben Ausstelllungen wie z.B. über islamische Beerdingungen in Deutschland genau so ihren Platz wie kurz vor dem Besuch der Volkssolidarität die für alle offene Übertragung eines Fußball-Derbys aus der türkischen Liga und ein recht kleiner Extra-Raum für die Altenarbeit.Nach der Einführung ging es in die Moschee selbst und das heißt wie in allen Moscheen für Gäste wie für Besucher: Schuhe ausziehen. Während vorne normale Gemeindemitglieder beteten, verlor sich die Ratinger Gruppe fast in dem riesigen Betraum, der gut 1000 Besucher fasst (die Männer im großen Hauptraum des Erdgeschosses und die Frauen auf halb so großen Emporen). Wenn das Gebet am Freitag Pflicht ist und nur Arbeit als Entschuldigung gilt, dann ist das Gebäude bis auf den letzten Platz gefüllt.Der den ganzen Raum füllende Teppich ist ein Geschenk von Duisburgs türkischer Partnerstadt, alles andere am prächtigen Bau mit einem gigantischen Kuppelleuchter ist entweder von der eigenen Gemeinde aufgebracht oder von anderen Gemeinden gespendet.Wie der vor zwei Jahren in Betrieb genommene Bau weithin als Wunder von Duisburg gilt: Es gab kaum Streit um den Bau und von Planung bis Eröffnung vergingen nur 4 Jahre. Aber selbst in Duisburg-Marxloh, wo fast alle Geschäfte auch türkisch beschriftet sind, wurde auf die deutschen Befindlichkeiten behutsam Rücksicht genommen. Das Minarett ist nicht zufällig mit 34 Metern Höhe drei Meter kleiner als die zwei Straßen entfernte deutsche Kirche. Kein Muezzin-Ruf ist außen zu hören und könnte zu Streit mit Nachbarn führen.
So zeigte sich den Freunden und Mitgliedern der Ratinger Volkssolidarität ein Moschee-Projekt, in dem scheinbar alles richtig wird. Das klappt bekanntlich nicht überall so gut. Nach zwei anregenden Stunden ging es durch sintflutartigen Regen zurück ins heimische Ratingen. Im nächsten Jahr soll der Besuch einer Synagoge anschließen. (Peter Rosien)
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