Landesgartenschau Hemer 10.04.2011
Waren es bei der letzten Landesgartenschau 2008 noch 42 TeilnehmerInnen, hagelte es für die diesjährige Fahrt zur Landesgartenschau nach Hemer noch bis einen Tag vor der Abfahrt Absagen. Insbesondere die älteren Mitmenschen hatten Bedenken wegen der zu erwartenden tropischen Hitze.

Hemer_2So fuhr der Bus dann am Samstag, 10. Juli, mit 17 Unerschrockenen los. Aber auch bei dieser kleinen Gruppe waren wieder sechs ErstteilnehmerInnen mit von der Partie.Für mich lag das Sauerland - Hemer liegt im Sauerland - bisher gedanklich immer kurz vor Sibirien. Als der Busfahrer meinte, dass wir bei gutem Durchkommen in gut eineinhalb Stunden am Zielort wären, war ich doch überrascht. Ich hatte mit einer viel längeren Fahrt gerechnet. Um kurz vor 11.00 Uhr hielten wir tatsächlich vor den Toren der Landesgartenschau. Es war, um es direkt zu sagen, tierisch heiß. Wir hatten für alle, die die Fahrt abgesagt hatten, vollstes Verständnis.

Nachdem dann die Eintrittskarten gekauft und verteilt worden waren, ging es in die Landesgartenschau. In der Ferne sahen wir schon eine Treppe, die wohl gefühlte 1000-Stufen hoch war. Wenn man diese Treppe geschafft hatte, stand noch einmal der Aufstieg in einem Turm bevor, dessen Plattform eine tolle Aussicht bot. Aber dazu später. Ein gehbehindertes Mitglied unserer Gruppe erspähte plötzlich einen Elektrorollstuhl, den er für drei Stunden kostenlos ausleihen konnte. Damit konnte er dann barrierefrei die Landesgartenschau erkunden. Die TeilnehmerInnen der Fahrt teilten sich in kleine Grüppchen auf und man erkundete die Gartenschau je nach Interessenlage. Unsere Gruppe hatte eigentlich nur ein Interesse: Kühlung. Und um dies zu bekommen, war besonders Melanie "schmerzfrei". Sobald sie irgendetwas sah, was nach Wasserspielen aussah, war sie sofort dabei. Hemer_1So lief sie in voller Montur (Schuhe, Strohhut und Kleid) unter Duschen her oder stellte sich über Wasserspiele. Dank der Hitze waren die Sachen nach Minuten wieder trocken.Wir näherten uns langsam aber sicher dem schon zuvor erwähnten Aufstieg zur Aussichtsplattform. Es waren für mich mehr als gefühlte 1000 Stufen, aber wir haben es geschafft. Nach etwa der Hälfte des Aufstiegs konnte man auch Grabsteine besichtigen. Melanie meinte: "Hier liegen die, die es nicht weiter geschafft haben.". Oben angekommen, kam die letzte Herausforderung: Der Aufstieg zur Aussichtsplattform. Meine beiden Begleiterinnen streikten.

Obwohl ich eine ganz ausgeprägte Höhenangst habe, schaffte ich es bis ganz nach oben. Als aber der Turm plötzlich etwas wackelte, hielt mich nichts mehr oben. Das Einzige, was ich wollte, war: Ganz schnell nach unten. Zwischenzeitlich war uns Ramadani Wam-Ala abhanden gekommen. Er erkundete eine zeitlang alleine die Gegend und stieß dann später wieder zu uns.Wir verließen dann nach einiger Zeit die eigentliche Gartenschau. Jeder bekam einen Stempel auf die Hand, damit man wieder das Gelände der Gartenschau betreten konnte. Unser Ziel war das Felsenmeer. Nach einem kurzen Fußweg waren wir am Ziel. Und nicht nur das: Es war dort auch angenehm kühl. Die Landschaft war einzigartig. Wir hätten auch noch die Heinrichshöhle besichtigen können, aber das taten wir uns doch nicht an, weil wir uns nicht unter Zeitdruck setzen wollten. Um 18.00 Uhr ging es nämlich wieder Richtung Ratingen.

Hemer_7Nachdem wir wieder auf dem Gelände der Landesgartenschau waren, gingen wir in den "Hans-Prinzhorn-Irrgarten". Wie der Name schon sagt, sind wir an einer Stelle rein und mussten den Ausgang suchen bzw. finden. Dass wir das geschafft haben, merkt man daran, dass ich diesen Bericht schreiben kann. Aber ganz so einfach war es doch nicht, den richtigen Weg zu finden.Der Uhrzeiger drehte sich unaufhörlich Richtung 18.00 Uhr. So nach und nach trudelten (bzw. taumelten, wegen der Hitze) alle TeilnehmerInnen ein. Melanie nahm noch einmal eine Abschiedsdusche und dann wartete der Bus schon auf uns. Gegen 19.30 Uhr trafen wir wieder in Ratingen ein, so dass die FußballanhängerInnen noch das Spiel um Platz 3 sehen konnten.

Alles in allem kann man sagen, dass die Fahrt trotz der hitzebedingten geringen MitfahrerInnen wieder eine tolle Sache war. Sollte 2012 wieder eine Landesgartenschau stattfinden, wird die Volkssolidarität Ratingen erneut eine Fahrt anbieten.

Bilder über die diesjährige Fahrt kann man in der Pfeil Bildergalerie der Volkssolidarität Ratingen sehen.

(Manfred Evers)

www.landesgartenschau-hemer.de