Museum Folkwang Essen 23.11.2010
Am Sonntag, 27. Juni 2010, besuchte der Kulturkreis der Volkssolidarität das Museum Folkwang in Essen.

Bei der Planung dieses Ausflugs ging man noch davon aus, dass an diesem Tag kein WM-Spiel sei. Doch das war nicht ganz richtig: just an diesem Sonntag fand das Spiel BRD - England statt. (Falls es jemanden interessiert: die Bundesrepublik gewann mit 4 - 1, wobei es auch zur Rache für Wembley kam: Ein glasklares Tor für die Engländer wurde nicht gegeben. Aber das nur am Rande). Es gab fünf Absagen, aber es kamen auch kurzfristig neue TeilnehmerInnen hinzu, so dass sich insgesamt 27 Kulturinteressierte auf den Weg zum Museum machten. Der größte Teil traf sich bei herrlichem Wetter am Ratinger Ostbahnhof und fuhr von dort zum Essener Hauptbahnhof. Von dort brachte uns ein "Museumsbus" direkt zum Ziel unserer Fahrt, wo auch die restlichen TeilnehmerInnen zu uns stießen. Im Inneren des neu eröffneten Museum Folkwang war es angenehm kühl. Gegen Ende der Führung war es einigen sogar zu kühl.

100707_FOTO_Folkwang 
 Die Volkssoildarität Ratingen auf dem Weg nach Essen

Nachdem die Eintrittskarten gekauft waren und jeder einen Aufkleber auf Bluse oder Hemd kleben hatte (ohne den wäre man nicht in die Ausstellung gekommen), warteten wir auf unsere Führung. Ein junger Mann verteilte plötzlich Kopfhörer und ein dazugehöriges Empfangsgerät. Darüber erklärte er uns dann die Ausstellung. Das war sehr praktisch, weil man dadurch die Nebengeräusche kaum mitbekam und sich ganz auf die Erläuterungen konzentrieren konnte.

Bevor die eigentliche Führung los ging, wurde erst einmal das Museum Folkwang vorgestellt. Das erste Bild, welches uns erklärt wurde, war Renoirs Bild "Lise mit dem Sonnenschirm". Es ist schon erstaunlich, was man alles - wenn man Ahnung davon hat - so aus und auf einem Bild erkennen kann. Unser Ausstellungsführer verstand es auch immer wieder, nicht nur auf die Bilder einzugehen, sondern wie sie zum Museum Folkwang gekommen waren und welche Bedeutung sie für die Ausstellung haben. Er ging auch auf die Zeit des Faschismus ein, in der einige der jetzt gezeigten Bilder von den Nazis beschlagnahmt wurden, u.a. weil sie als "entartete Kunst" galten. Insgesamt wurden in dieser Zeit aus dem Folkwangfundus fast 1.500 Bilder beschlagnahmt. Das waren rund 10 % aller in dieser Zeit beschlagnahmten Bilder. Nach gut einer Stunde war die Führung beendet. Die Zeit bis zur Rückfahrt nach Ratingen wurde unterschiedlich genutzt. Die einen gingen noch einmal durch die Ausstellung, andere gingen in das Museums-Cafe, wieder andere holten sich im Museumsshop Erinnerungen an den heutigen Besuch (ich u.a. den Ausstellungskatalog, den ich auch gerne ausleihe). Um 15.00 Uhr ging es mit dem Museumsbus wieder zum Essener Hauptbahnhof, wo wir noch etwas auf die S-Bahn warten mussten. Am Ratinger Ostbahnhof empfing uns ein Torschrei. Als wir aus dem Bahnhof kamen, hatte die BRD gerade das 1 - 0 geschossen.

Bei diesem Museumsbesuch passte wieder alles: Wetter war gut, die Ausstellung war interessant, die TeilnehmerInnen waren zufrieden. Das nächste Museum für einen Besuch muss schnellstmöglich ausgesucht werden.

P.S.: Auf der Hinfahrt wurden nach der Haltestelle Ratingen-Hösel die Fahrtickets kontrolliert. Das war bei uns gar nicht so einfach. Ein Teilnehmer hat auf Grund seiner Behinderung freie Fahrt. Andere wiederum fuhren mit dem Ticket 2000 (am Wochenende können zwei Personen darauf fahren) und dann waren da noch welche mit einem 5-Personen-Tagesticket. Nun saßen die Leute nicht ticketweise zusammen, sondern über das ganze Abteil verteilt. Wir wollten gerade der Kontrolleurin erklären, wer mit wem auf welchem Ticket fährt. Sie antwortete kurz und knapp: "Nee, nee, ist schon gut, ich habe schon mehr Tickets gesehen, als Sie brauchen". (Sie fing gerade mit der Kontrolle an.) Sie und ihr Kollege haben in diesem Abteil keine Karten mehr kontrolliert, sondern sind ganz schnell in das nächste Abteil entschwunden.

(Manfred Evers)

www.museum-folkwang.de