Wickerstedter Ortsgruppe begibt sich auf Spurensuche 22.06.2012
Das Nützliche mit dem Guten verbinden die 40 Mitglieder der Wickerstedter Ortsgruppe. Denn seit geraumer Zeit trinken die Frauen nicht nur ihren Kaffee gemeinsam, sondern schauen sich dazu hochkonzentriert Fotografien an.

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Was es damit genau auf sich hat, weiß Rosemarie Wilhelm. Der Ortsgruppenleiterin fielen vor einiger Zeit alte Kirmesfotografien in die Hände. Viele Gesichter auf den Bildern  kamen ihr bekannt vor. Die meisten der alten Aufnahmen waren jedoch "namenlos". Das sollte sich ändern, denn die alten schwarz-weiß-Fotografien wurden kurzerhand vergrößert, gewannen damit die Aufmerksamkeit der Ortsgruppe und sind fortan Bestandteil jeder Zusammenkunft. Immer wieder erkennen die Frauen Gesichter und kramen gemeinsam im Gedächtnis nach den passenden Namen. Mittendrin eine kluge alte Dame, die viel um die Geschichte und Tradition weiß. 98jährig erzählt Lisbeth Putze viel über die Menschen und kennt so manche Anekdote und lustige Begebenheit. Interessant gestalten sich deshalb auch die Erzählungen rund um die traditionelle Kirmes, die immer zwei Wochen nach dem Pfingstfest mit dem Einholen der Maien beginnt und über viele Tage in Wickerstedt gefeiert wird. Bei ihren Geschichten über die traditionelle Kleidung, auch den Zylinder, der bis heute noch in Ehren gehalten und auch getragen wird, bis hin über die wichtigen Pflichten der Kirmesgesellschaft hören alle gerne zu.

Gerade dieses Weitergeben von Erfahrungen und Weisheiten und das gemeinsame Suchen und Aufspüren der Vergangenheit macht das Besondere dieser Begegnungen aus. Natürlich werden die gefundenen Namen auf den etwa 40 alten Kirmesfotos akribisch notiert und so für die "Nachwelt" erhalten. Einen kleinen Beitrag leisten die Mitglieder der Volkssolidarität damit zum Jubiläum "275 Jahre Wickerstedter Kirmes", das 2013 gefeiert wird. Nach der Vervollständigung der Namenslisten werden diese dann dem Burschenvater der Kirmesgesellschaft gemeinsam mit dem Bürgermeister übergeben.