„Das Heft müssen meine Kinder lesen“ 19.10.2010
Pünktlich zum 4. Ball der Volkssolidarität, der anlässlich des 65. Geburtstages den Charakter einer würdigen Festveranstaltung hatte, erschien die Festschrift „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ – 65 Jahre Volkssolidarität Gotha.

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Zwei Tage nach Verkauf der ersten Exemplare gab es spontane Äußerungen. Die Schrift gefällt, weil sie sehr geschmackvoll und interessant gestaltet ist. Sie lädt zum Lesen ein. Frau Hiltrud G. wollte nur erst einmal "hineinlesen". Sie konnte aber erst aufhören, als sie die 60 Seiten durchgelesen hatte. Sebastian Sch. - ein 21jähriger Kreistagsabgeordneter - schreibt: "Normalerweise lege ich beim Zugfahren nach spätestens einer halben Stunde die Texte weg, weil man immer müder wird. Dies traf nicht auf diese Broschüre zu. Warum? Ich denke, der Charme dieses Heftchens besteht darin, dass es kein Sachbuch ist, sondern eines mit vielen Emotionen und streitbaren Aussagen. So wird trotz der Kritik an der DDR auch hinterfragt, ob es heute besser ist bzw. welche Probleme zurzeit auf der Tagesordnung stehen. Dass man sich über getroffene Aussagen vorzüglich streiten kann, macht den Reiz des Werkes aus. Oder anders gesagt: Die Aussagen sind so "unangepasst" wie die Volkssolidarität an sich unparteiisch und der Sache verpflichtet ist."

Irma P. findet, dass man nicht aufhören kann zu Lesen. Sie lobt die wunderbare und aufregende Bilanz der Volkssolidarität Gotha in 65 Jahren: "Bei alledem wird deutlich, welche Kraft die Menschen imstande waren zu entfalten im gemeinnützigen Miteinander, um den Bedürftigsten der damaligen Zeit dringende Hilfe zukommen zu lassen. Ob es dabei um Aktionen gegen den Hunger durch Sach- und Geldspenden ging oder gegen die Kälte z. B. durch das Stubbenroden oder Genesung für Kinder durch Eröffnung eines Kinderkurheimes in Finsterbergen und vieles andere. Das Büchlein über 65 Jahre ist in einer klaren und schönen Sprache verfasst. Es liest sich wie eine Geschichte, bei der man Freude über Geschaffenes in größter Not mitempfindet, von Traurigkeit befallen wird, wenn alles ein plötzliches Ende zu finden scheint und aufatmet, wenn sich Menschen finden, die auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Gutes bewahren, mit neuen Ideen und neuen Inhalten den 65-jährigen Verein sogar verjüngen.

Wer wissen will, wer und was Volkssolidarität ist, welches ihre Wurzeln sind, aus denen Kindergärten, Sozialstationen mit Pflege- und Betreuungseinrichtungen, aktive Seniorenarbeit mit Einrichtungen des betreuten Wohnens, Interessengruppen und öffentliche Clubs erwuchsen, sollte zu diesem Büchlein greifen. Anni H. findet, dass hier Geschichte beschrieben wird, die lebt, begreifbar ist und von jedem Bürger durch eigenes Erleben ergänzt werden kann. Ihr letzter Satz: "Dieses Buch müssen meine Kinder lesen."