"Bündnis für gute Pflege" gegründet 22.02.2012
Am 14. Februar gründeten Gewerkschaften und Sozialverbände das "Bündnis für gute Pflege". Die Volkssolidarität beteiligt sich aktiv daran. Auf einer Pressekonferenz in Berlin wurden die Ziele des Bündnisses vorgestellt.

101213_AhlertDie Vizepräsidentin der Volkssolidarität, Carola Ahlert, erklärte aus diesem Anlass:
"Eine umfassende Pflegereform ist längst überfällig. Wir brauchen einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der alle wichtigen Pflegebedarfe erfasst, Menschen mit demenziellen Erkrankungen nicht länger ausgrenzt, Prävention und Rehabilitation fördert und bürokratische Hürden abbaut.
Eine bessere Pflege erfordert mehr finanzielle Aufwendungen und den Ausbau der Pflegeinfrastruktur. Das muss solidarisch erfolgen und nicht durch eine Privatisierung des Pflegerisikos."

Aus der Pressemitteilung des Bündnisses vom 14. Februar 2012:

120217Buendnislogob"Wir können und wollen die Situation in der Pflege nicht mehr länger hinnehmen", erklären das AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker, DGB Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach und der Präsident des Sozialverbandes Deutschland Adolf Bauer im Namen der zehn Partner aus Selbsthilfe und Verbrauchervertretungen, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften und Berufsverbänden im Rahmen ihrer heutigen Pressekonferenz zur Gründung des Bündnisses für GUTE PFLEGE. Ziel des Bündnisses ist es, die Situation der pflegebedürftigen sowie pflegenden Menschen in Deutschland zu verbessern.
Zur Situation der Pflege erklärt der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) Adolf Bauer: "Millionen Menschen in unserem Land sind vom Thema Pflege unmittelbar betroffen. Von den rund 2,4 Millionen als pflegebedürftig anerkannten Menschen werden zwei Drittel zu Hause und ein Drittel in stationären Einrichtungen gepflegt. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen erwarten, dass endlich eine umfassende Pflegereform auf den Weg gebracht wird. Insbesondere die mangelnde Unterstützung der häuslichen Pflege sowie die unzureichende Vereinbarkeit von Pflege und Beruf lasten auf den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Zudem benötigen pflegende Angehörige dringend bessere Entlastungsstrukturen."
Zur Situation der Beschäftigten im Pflegebereich erklärt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: "Es ist dringend erforderlich, dass die Pflegeberufe aufgewertet werden. Wir fordern die Verbesserung der Personalbemessung und der Ausbildungsbedingungen, eine familienfreundliche Arbeitsplatzgestaltung und deutlich höhere Einkommen in der Pflege. Billig-Pflege darf keine Zukunft haben, denn sie endet in Chaos und Elend. Wir fordern die Bundesregierung gemeinsam auf, die Verpflichtung zur ortsüblichen Entlohnung für Pflegepersonal nicht zu kippen. Lohndumping muss bekämpft und darf nicht auch noch gesetzlich gefördert werden. Wenn es nicht gelingt, die Pflege als Berufsfeld attraktiv umzugestalten, werden wir in Zukunft neben einer zunehmend unwürdigen Pflegesituation noch einen gigantischen Fachkräftemangel haben."
Zur Finanzierung der Pflegeversicherung stellt AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker klar: "Gute Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden. Sie darf weder die Pflegebedürftigen selbst, noch deren Angehörige arm machen. Deshalb muss die Finanzierung solidarisch und paritätisch erfolgen. Wir dürfen niemanden allein lassen, der auf die Solidargemeinschaft angewiesen ist. Die Finanzierung von Pflege darf nicht zu einseitiger Belastung der Versicherten führen, wie zum Beispiel durch Kopfpauschalen oder private Zusatzversicherungen. Stattdessen muss die Einnahmebasis der Pflegeversicherung im Umlagesystem um alle Personengruppen und Einkommensarten erweitert sowie die Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden."

Weitere Informationen zum Bündnis finden Sie online hier: Pfeil Homepage des Bündnisses