Lebensrettende Hilfe

Zwei Fachtagungen in Güstrow und Chemnitz beschäftigten sich Mitte März mit der weiteren Entwicklung des Hausnotrufdienstes der Volkssolidarität und gaben dafür wichtige Impulse.

"Zwei mal haben die Mitarbeiter der Notrufstation mir das Leben gerettet". Sichtlich bewegt hörten am 15. März in Güstrow die Teilnehmer der Fachtagung zum Hausnotruf, was Frau Aschmann aus Waren/Müritz schilderte. Die 81jährige überstand nach ihren Worten Ende vergangenen Jahres zwei schwere Herzinfarkte. "Ich konnte gerade noch auf den roten Knopf drücken", erinnerte sie sich an den zweiten Infarkt. "Dieses Notrufgerät gibt mir Sicherheit und nimmt die Angst, wenn plötzlich etwas Schlimmes passiert", berichtete Frau Aschmann dankbar auf der Fachtagung. Sie benutze das Gerät schon seit mehreren Jahren und habe dank dessen schon mehrmals in Notsituationen schnell Hilfe bekommen.
Insgesamt 80 Teilnehmern kamen in Güstrow und zwei Tage später in Chemnitz zusammen, um über den Einsatz des Hausnotrufdienstes der Volkssolidarität und der mehr als siebenjährigen Erfahrungen damit zu beraten. Anliegen der beiden Veranstaltungen war es, miteinander ins Gespräch zu kommen, bisher erreichte Ergebnisse zu bewerten und zu beraten, wie der Hausnotrufdienst weiterentwickelt und verbessert werden kann.



Teilnehmer der Tagung in Güstrow diskutierten auch in den Pausen
(Foto: Riethausen)


Der Hausnotruf ist ein wichtiges und mittlerweile nicht mehr wegzudenkendes, ganz spezielles Angebot der Volkssolidarität. Dieses Leistungsangebot entspricht dem in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen. Das Konzept des Hausnotrufes ist darauf gerichtet, Vorsorge gegen unerwartete Ereignisse zu treffen, um in Gefahren und Notsituationen zu jeder Tages und Nachtzeit schnelle und gezielte Hilfe zu erhalten.
Der Bundesvorstand der Volkssolidarität hatte auf einer Beratung im Mai 1998 den Beschluss gefasst, einen bundesweiten und verbandseigenen Hausnotrufdienst zu entwickeln und auszubauen sowie weiterführende kommunikative Serviceleistungen anzubieten und in hoher Qualität vorzuhalten. Die zentralen Standorte für den "Volkssolidarität Hausnotrufdienst" sind die 1997 in Betrieb genommenen Hausnotrufstationen in Güstrow und Chemnitz. Diese Stationen gewährleisten die Aufschaltungen der Hausnotrufgeräte, die Bearbeitung der Notrufe, die Betreuung der Hausnotrufteilnehmer u.a. Die Zuordnung der Landesverbände der Volkssolidarität erfolgte nach regionalen Gesichtspunkten. Für den Notrufdienst der Landesverbände Berlin, Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern ist seitdem die Station in Güstrow verantwortlich. Von Chemnitz aus werden Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt betreut.



Die Zukunft dieses Angebotes hängt auch davon ab, ob es gelingt, die Potentiale für mehr Nutzer "deutlich besser als bisher auszuschöpfen", wie Horst Riethausen, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität, in Chemnitz betonte. Bisher gibt es mit Stand 2004 mehr als 5.700 Aufschaltungen auf das Hausnotruf-System des Verbandes. Die Volkssolidarität arbeitet dabei mit der Firma ATTENDO zusammen. Die beiden Tagungen brachten den Teilnehmern neue Impulse, den Dienst weiterzuentwickeln. "Ich habe das Notrufgerät auch meiner Nachbarin empfohlen", erfuhren sie in Güstrow von Frau Aschmann, die mit ihren Erfahrungen in ihrem Bekanntenkreis weiter dafür werben will.



Eine Präsentation der Station in Güstrow (Foto: Riethausen)