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Die Volkssolidarität wurde vor mehr als 60 Jahren, im Oktober 1945 als Winternothilfe nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet. Heute ist sie heute der größte ostdeutsche Sozial- und Wohlfahrtsverband. Der Historiker Ernst-Günter Lattka schildert in dem Buch "Hurra, wir leben! 60 Jahre Volkssolidarität" den Weg des ostdeutschen Sozial- und Wohlfahrtsverbandes von der Gründung bis in die Gegenwart. Es ist ein unterhaltsames Buch mit Geschichten aus der abwechslungs- und erfolgreichen Geschichte des Verbandes. Das Elend und die Not nach dem Ende des mörderischen Krieges zu lindern, das war Anspruch einer Volksbewegung, die im Herbst 1945 in Ostdeutschland entstand. Lattka gibt wieder, wie sich damals Menschen unabhängig von ihrer politischen oder religiösen Orientierung zusammenfanden, um denen vielen zu helfen, die Not litten. Am 24. Oktober 1945 trafen sich in Dresden Vertreter von Parteien, Kirchen und Gewerkschaften und riefen die "Volkssolidarität gegen Wintersnot" ins Leben. Ähnliches geschah in den Folgemonaten in den anderen damaligen ostdeutschen Ländern. Dieser Tag gilt seitdem als Gründungstag des Verbandes. Lattka erinnert an die Leistungen der Volkssolidarität, ihrer Helfer und Unterstützer in der Nachkriegszeit. Er verweist auch auf die Wurzeln des Verbandes, zu denen dieser nach 1990 wieder zurückkehrte: Kinderdörfer, Erholungsheime für die Jüngsten, Ferienplätze und Kinderheime gehörten damals zum umfangreichen Leistungsangebot. Heute betreibt die Volkssolidarität wieder 365 Kindertagesstätten mit mehr als 34.000 Plätzen neben Kinder- und Jugendheimen sowie Freizeit- und Erholungseinrichtungen. |
Dazwischen lag das Wirken des Verbandes in der Zeit der DDR. Dem ist in dem Buch gebührend Platz gewidmet, verbunden mit einem kritischen Blick. Nach 1955 wurde auf politischen Beschluss die Arbeit der Volkssolidarität auf die Unterstützung älterer Bürger konzentriert. Dabei leistete sie bis 1990 "unter oft komplizierten Bedingungen einen unverzichtbaren Beitrag zur sozialen und kulturellen Betreuung älterer Menschen und prägte deren Lebensqualität", heißt in dem Vorwort des Buches.
Dem schwierigen Weg des Verbandes nach 1989/90 ist das letzte Kapitel gewidmet. Lattka beschreibt, wie die Volkssolidarität den Wechsel hin zu dem anders gearteten Sozialsystem der Bundesrepublik bewältigte. So gelang es dem Verband, als einzige originäre Massenorganisation aus der DDR heute noch zu existieren - als wichtiger und anerkannter Bestandteil der bundesdeutschen sozialen Landschaft.
Ernst-Günter Lattka: "Hurra, wir leben! 60 Jahre Volkssolidarität"; 157 Seiten; Preis: 4,70 Euro (plus Versandkosten)
zu beziehen über:
VOLKSSOLIDARITÄT Bundesverband e.V.
Alte Schönhauser Str. 16
10119 Berlin
Tel.: 030-278970
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