Generationenvertrag
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Das Miteinander der Generationen erfasst eine breite Palette von gegenseitigen Beziehungen und Leistungen. Die vorherrschende politisch gewollte einseitige Sicht auf die Generationenbeziehungen reflektiert ein ausschließlich marktwirtschaftliches Kosten-Nutzen-Denken und schließt systematische Entsolidarisierung der Generationen ein.
Wenn es um die Beziehungen der Generationen geht, handelt es sich jedoch um mehr. Letztlich um Aufgaben-, Verantwortungs- und "Lasten"aufteilung und nicht allein um Finanzströme oder Erbe und Vermögen.
Die 2011 getroffenen Aussagen zur Charakterisierung der Beziehungen zwischen den Generationen lassen erkennen:
- Dass Ältere und Jüngere solidarisch miteinander leben, wird nur von zwölf Prozent der ab 18-jährigen Bevölkerung in den neuen Bundesländern und von neun Prozent in NRW voll zugestimmt - 62 bzw. 65 Prozent teilweise (d.h. zusammen 74 Prozent in Ost wie West). Der stabile Zusammenhalt der Generationen wird mehrheitlich nicht oder besser nicht mehr gesehen. Wenn auch nur 18 resp. 19 Prozent es verneinen, dass es ein solidarisches Miteinander gibt, so stimmen insbesondere Arbeitslose einem solidarischen Verhalten zu oder finden es eine unterstützende Aussage. Ähnlich sehen es Alleinerziehende - offensichtlich sind die Erfahrungen speziell dieser sozialen Gruppen hinsichtlich solidarischem Verhalten der Generationen noch gegeben.
Dass die Generationen eher miteinander als gegeneinander leben finden 20 bis 25 Prozent der Bürger ebenso wie gleichviel eher ein Nebeneinander der Generationen sehen.
Relativ übereinstimmend gehen rund ein Drittel in Ost wie West von einer Zunahme des Generationenkonfliktes aus und die Hälfte von einer teilweisen Zunahme. Dabei sind es insbesondere (in Ost wie West) Männer, Hochschulabsolventen sowie Selbstständige/Freischaffende, welche von einem zunehmenden Konflikt ausgehen.
Da die Aussagen sich erfahrungsgemäß nicht auf die innerfamiliären Beziehungen gründen, sondern auf das gefühlte / angenommene Zusammenleben in der Gesellschaft, reflektieren die vorgenommenen Bewertungen offensichtlich vor allem das von Medien und Politik verbreitete Bild, welches den gesellschaftlichen "Verteilungskonflikt" ins Zentrum rückt.
Generell stimmen Jüngere eher einem zunehmenden Konflikt zu. Insbesondere im Osten - offensichtlich vor dem Hintergrund größerer sozialer und wirtschaftlicher Benachteiligung - stimmen 52 Prozent der unter 25-Jährigen einer Konfliktzunahme voll zu.
Aus Älter werden und Altsein - Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger - Studie im Auftrag der Volkssolidarität Bundesverband e. V., erarbeitet vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e. V., Berlin 2011, S. 14-16
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