"...Lasst uns Taten sehen“

„Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns Taten sehen“. Diese Goethe-Weisheit begleitete den ersten Gipfel der Thüringer Sozialverbände und der Landesseniorenvertretung am 10. Juni in Erfurt. Beendet wurde die vierstündige Veranstaltung mit einer 6-Punkte-Erklärung, die nun Taten einfordert.

foto29Erstmals in Thüringen trafen sich unter der Schirmherrschaft der Landtagspräsidentin Prof. Dagmar Schipanski über 100 Vertreter der Thüringer Volkssolidarität, des Thüringer Seniorenverbandes BRH, des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen, des Sozialverbandes Landesverband Thüringen sowie der Landesseniorenvertretung, um gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft ins Gespräch zu kommen.

foto33Bis in die Nachmittagsstunden des 10. Juni erklärten die Vertreter der Verbände ihre gemeinsamen Anstrengungen für den Erhalt des Sozialstaates. Dabei betonten die Redner in den Ausführungen, dass Thüringer Senioren bereit sind, ihren Anteil an der Wahrung des Sozialstaates zu erbringen. Die Referenten unterstrichen, daß die Senioren nicht als Belastung, sondern eher als Chance für die Gesellschaft zu begreifen sind. Doch dazu benötigt die ältere Generation sowohl eine Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungen aber auch die Sicherheit in der eigenen Lebensplanung. Und genau diese Prämissen wurden in der Erklärung fest gehalten, die alle Teilnehmer mit großer Anteilnahme bestätigten.

foto27In sechs knappen Absätzen formulierten die Verbände ihre Anliegen an Politik und Gesellschaft. Wohl wissend, dass sich die Forderungen und Ansprüche nicht gegen andere Generationen richtet. Die Erklärung soll eher das künftige Handeln der Sozialverbände und der Interessenvertreter begleiten und einen Entwicklungs- und Diskussionsprozess in Gang setzen. In dem spannenden Papier geht es konkret um nötige gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Partizipationsmöglichkeiten von älteren Menschen erweitern helfen.

foto17Des weiteren fordern die Verbände eine aktuelle und perspektivische Rentenpolitik, die Armut generell verhindert. Eine weitere Forderung umfasst die offene Alten- und Seniorenarbeit, die den Charakter einer kommunalen Pflichtaufgabe bekommen soll. Barrierefreiheit für behinderte und hochaltrige Menschen ermöglichen eine größere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Weiter setzen sich die Verbände für eine Nichtdiskriminierung für über 50Jährige am Arbeitsplatz ein.

foto24In diesem Zusammenhang müssen auch flexible Möglichkeiten des Übergangs in die Rente geschaffen werden. Spannend gestaltet sich auch die sechste Forderung, dass Ökonomisierungstendenzen des Sozialstaates und seiner Leistungen keine Priorität gewinnen dürfen und notwendige Einschnitte in das soziale Netz mit den Bürgerinnen und Bürgern aber auch mit den Wohlfahrtsverbänden diskutiert werden müssen.

foto46Für nicht gerechtfertigt halten es die Verbände, dass Risiken einer globalen Gesellschaft zunehmend auf die Selbstverantwortung der Menschen verlagert werden und das Solidarprinzip in der Sozialgesetzgebung erhalten bleibt.
Die wichtigen Anliegen werden die Verbände in der künftigen Arbeit begleiten und spätestens zum zweiten Gipfel im nächsten Sommer erfolgt eine erste Abrechnung.

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