Eine Spende des Bundesverbandes in Höhe von 500 Euro übergab der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität, Dr. Bernd Niederland, am 18. November an die wieder eröffnete Suppenküche der Volkssolidarität, Regionalverband Mittelmark, in Potsdam.

"Solidarität leben - das ist seit mehr als 60 Jahren Anspruch, Motivation und Handlungsorientierung für die Volkssolidarität. Mit ihrem Namen und Handeln stand und steht der Verband für die Solidarität mit all den Menschen in der Gesellschaft, die Unterstützung und Hilfe benötigen. Das gilt auch für diese Einrichtung.", sagte Dr. Niederland. Die Übergabe der Spende an das Soziale Zentrum der Volkssolidarität für Obdachlose und bedürftige Menschen, so der offizielle Name der Suppenküche in Potsdam, gehört zur Unterstützung für die Obachloseneinrichtungen des Verbandes. Gegenwärtig betreibt die Volkssolidarität 20 derartige Einrichtungen in den neuen Bundesländern, in denen mehr als 500 Bedürftige betreut werden. "Wenn wir in der heutigen Zeit wieder Einrichtungen dieser Art eröffnen und betreiben müssen, weil Menschen durch den Verlust des Arbeitsplatzes und der eigenen Wohnung in Not geraten, so ist das nicht hinzunehmen.", sagte der Bundesgeschäftsführer in Potsdam. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung, die zu steigender Armut führe, werde sich die Volkssolidarität verstärkt der Obdachlosen- und Armenhilfe widmen, kündigte Dr. Niederland gegenüber Medienvertretern an.
Der Bundesverband hatte Ende Oktober die traditionelle Spendenaktion für Obdachloseneinrichtungen gestartet. Dr. Niederland gab dazu dem Journal der Volkssolidarität (Ausgabe 5/06) folgendes Interview:
F: Der Bundesverband ruft auch in diesem Jahr zu einer Spendenaktion mittels Spendenbrief auf. Was ist der Anlass und wer wird um Spenden gebeten?
Spendenaktion gehören zu den Traditionen der Volkssolidarität. Schon seit mehreren Jahren laden wir Mitglieder und Sympathisanten, aber zum Beispiel auch Ärzte, Apotheker und Prominente ein, für soziale Projekte unseres Verbandes zu spenden. Unser Verband steht seit mehr als 60 Jahren mit seinem Namen und Handeln für die Solidarität mit sozial Benachteiligten und Hilfebedürftigen.
F: Um welche Projekte handelt es sich da?
In den letzten Jahren und auch wieder 2006 kamen und kommen die gespendeten Gelder Obdachloseneinrichtungen der Volkssolidarität zugute. Der Verband unterhält 17 Obdachlosenheime, Suppenküchen und auch Frauenhäuser, so zum Beispiel in Anklam, Pößneck, Leipzig, Potsdam und einer Reihe anderer Orte. Diese Einrichtungen betreuen täglich Hunderte Menschen. Mit den Spenden wird die Arbeit dieser Einrichtungen unterstützt.
F: Und das ist in der Bundesrepublik, einem der reichsten Länder der Welt, nötig?
Leider ja! Wir erleben ja täglich, dass sich der Staat immer mehr aus der sozialen Verantwortung zurückzieht. Dafür wird unablässig an die Eigenverantwortung appelliert, die die betroffenen Menschen aber immer weniger wahrnehmen können, wenn sie ins Abseits geraten. Wir haben uns bei der Spendenbriefaktion für Obdachlosenprojekte entschieden, weil die wenigsten der Betroffenen aus eigenem Verschulden in diese Lage geraten sind. Im Gegenteil: Sie wollen so schnell wie möglich aus ihrer Lage raus, aus dem gesellschaftlichen Abseits. Allein, ohne Hilfe ist es aber sehr schwer aus der Abwärtsspirale herauszukommen.
Angesichts der kommunalen Haushaltsprobleme ist die Arbeit eines Verbandes wie der Volkssolidarität zunehmend wichtiger. Aber wenn wir das Niveau unserer Angebote halten wollen, sind wir auf Spenden angewiesen.
F: In welchem Zeitraum findet die Spendenbriefinitiative statt?
Wir wollen die Monate Oktober, November und Dezember dafür nutzen.
F: Können Sie Zahlen nennen, wie viele mögliche Spender angeschrieben werden, wie viel an Spenden zusammenkam in den letzten Jahren?
Im vergangenen Jahr konnten wir mehr als 10.000 Euro an Spenden weiterreichen an die Einrichtungen unseres Verbandes. Im Sinne der Betroffenen könnten es gern noch einige Euro mehr sein. Die Spenderinnen und Spender können sich darauf verlassen, dass wir das gespendete Geld "eins zu eins" an die Einrichtungen weiter geben, ohne Abzug von Verwaltungskosten. Die Spenden können vom Spendergeber steuerlich geltend gemacht werden, bis zu 100 Euro genügt dafür der Einzahlungsbeleg.
F: Wer ist Träger dieser Initiative, der Bundesverband?
Ja, aber der Bundesverband sind alle Gliederungen der Volkssolidarität, beginnend bei den Mitgliedergruppen. Mit der Spendenbriefaktion sprechen wir auch potenzielle Spenderinnen und Spender in den "alten" Bundesländern an. Wir nutzen diese Aktion auch, um Menschen, die bisher noch nicht mit dem Verband in Kontakt gekommen sind, über das Anliegen und Wirken der Volkssolidarität zu informieren. Spendenaktionen und Sammlungen sind Teil der öffentlichen Wirksamkeit von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, so auch der VS. Sie sensibilisieren für das Soziale in der Gesellschaft und für die Solidarität im Zusammenleben der Menschen. So gesehen ist diese Aktion natürlich ein Anlegen des gesamten Verbandes.
F: Wie können die Mitglieder dazu beitragen?
Die Mitglieder können vor Ort, in ihrer Familie, im Bekanntenkreis, beim Arzt- oder Apothekenbesuch andere auf unsere Spendenaktion aufmerksam machen. Einen Überweisungsvordruck gibt es schließlich in jeder Sparkassen-, Bank- oder Postfiliale. Auch durch solche Aktivität wird das Wort Solidarität mit Leben erfüllt.
F: Wie lautet das Spendenkonto der Volkssolidarität?
Das lässt sich leicht merken:
Empfänger/Begünstigter: Volkssolidarität Bundesverband e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Kontonummer: 800
Bankleitzahl: 100 205 00
Kennwort: Obdachlosenhilfe

