Ehrenamt nicht allein lassen 15.05.2012
Mit einem Seminar zur Schulung und Weiterbildung Ehrenamtlicher in der Volkssolidarität hat der Landesverband Brandenburg am 17.November 2009 den Grundstein für die weitere Etablierung von Fortbildungsveranstaltungen bis in die Basis gelegt. Ein Ansatz, der sich auch für andere Verbände lohnen könnte.

Über zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Kreis- und Regionalverbänden des Landesverbandes hatten sich im Bürgerhaus am Schlaatz in Potsdam zusammen gefunden, um über das weitere Vorgehen im Bereich der Weiterbildung Ehrenamtlicher zu beraten. Auf Landesebene wurden Haupt- und Ehrenamtliche in der Begleitung, Unterstützung und Gestaltung ehrenamtlicher Arbeit in der Volkssolidarität wohlgemerkt schon seit 2002 geschult. So konnten über die Jahre in gemeinsamen Erfahrungsaustauschen konkrete Leit- und Handlungslinien erarbeitet werden, die der Stärkung des Ehrenamtes im Landesverband Brandenburg e.V. zu Nutze kamen. In diesem Zeitraum, so Renate Witzke, Referentin für den Mitgliederverband und sozial-kulturelle Arbeit und Initiatorin dieser Fortbildungsreihe, konnten 430 Haupt- und Ehrenamtliche geschult sowie 60 Zertifikate an Teilnehmer vergeben werden, die einen gesamten Fortbildungszyklus durchlaufen hatten.
091117_Seminar_EhrenamtInsgesamt ist der Landesverband Brandenburg e.V. sehr bemüht, im Zuge der "Initiative zur Stärkung des Mitgliederverbandes" das Ehrenamt auch in seiner Qualität zu stärken. Konkrete Schritte dazu hat der Landesverband in seinem auf der Landesdelegiertenversammlung verabschiedeten Maßnahmeplan "Zur Umsetzung der Initiative" festgeschrieben. Zum einen sollen dabei u. a. in den Gliederungen gezielte Personalplanungen für das Ehrenamt angestoßen werden, zum anderen die Schulung Ehrenamtlicher über das bislang erreichte Maß hinaus in den Kreis- und Regionalverbänden verstärkt werden.
Wie dringend notwendig dieser Schritt ist, belegen die Erkenntnisse der Ehrenamtsstudie des Jahres 2008. Daraus geht zum Beispiel hervor, dass sich bislang nur etwa jeder fünfte Ehrenamtliche in der Volkssolidarität fort- und weiterbildet.
In seinen Ausführungen zum Sinn und Stand der Weiterbildungsmaßnahmen für Ehrenamtliche in der Volkssolidarität wies Ronny Hahn-Haufschild, Referent für den Mitgliederverband beim Bundesverband, darauf hin, dass Ehrenamt Vertrauen brauche. Mit seinem vielfältigen Wissen und Können steigere es die Attraktivität des gesamten Verbandes und sei somit eine immens wichtige Stütze bei der Umsetzung der Verbandsarbeit. Zu keiner Zeit sollte das Ehrenamt jedoch sich selbst überlassen werden: Man würde so wertvolle Potentiale verschenken und es wäre kein Ausdruck von Wertschätzung gegenüber Ehrenamtlichen.
Die Erkenntnis der Sinnhaftigkeit von Weiterbildungsangeboten für Ehrenamtliche muss natürlich bei den Verantwortlichen (Vorstände, Geschäftsführungen) an erster Stelle stehen. Aber auch bei den Ehrenamtlichen selbst muss die Bereitschaft zur eigenen Fortbildung vorhanden sein.
So gibt es in der Volkssolidarität diverse Gründe, warum an vielen Stellen noch Nachholbedarf im Bereich der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Ehrenamtliche besteht. Aber angesichts der Tatsache, dass die Herausforderungen an das Ehrenamt wachsen, neue Felder ehrenamtlicher Tätigkeiten erschlossen werden (sollen) und sich die gesetzlichen, gesellschaftlichen und verbandsinternen Rahmenbedingungen verändern, sind Fort- und Weiterbildungsangebote dringend notwendig. Nur so wird man ein qualifiziertes und gleichzeitig zufriedenes Ehrenamt im Verband fördern.091117_Seminar_Ehrenamt
Um die Schulung ehrenamtlich Tätiger zukünftig noch attraktiver und basisnaher zu gestalten und zu etablieren, trafen sich die Vertreter der verschiedenen Kreis- und Regionalverbände in Potsdam. Bis dahin hatten sie sich z.T. über Jahre hinweg selbst zu verschiedensten Belangen ehrenamtlicher Tätigkeit in der Volkssolidarität inhaltlich geschult. Gemeinsam konnten sie im Workshop erarbeiten, warum die Schulung Ehrenamtlicher zukünftig eine noch größere Stellung in ihren Gliederungen einnehmen muss und wie man dabei strategisch vorgehen sollte. Es wurden auch im Konkreten organisatorische, inhaltliche und methodische Fragen einer solchen Schulung erörtert, so dass jeder der Teilnehmer mit dem grundlegenden Rüstzeug ausgestattet in seine Gliederung zurückkehren konnte.
Das erklärte Ziel ist, für das kommende Jahr Fortbildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Vorständen und Geschäftsstellen zu planen und durchzuführen. Wichtig ist dabei, so die Erkenntnis der Teilnehmer, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen und eine konkrete Analyse dessen, was gebraucht wird, an den Anfang zu stellen. Für diese Schritte werden die aktiven "Fortbildner" vor Ort auch konkrete Unterstützung beim Landesverband und beim Bundesverband finden. Sei es durch die Unterstützung mit Informationsmaterialien, die Vermittlung von Referenten bis hin zur inhaltlichen und organisatorischen Unterstützung der Veranstaltungen.
Am Ende des Seminars stand die Verabredung, sich in der gleichen Runde (erlaubt und ausdrücklich erwünscht ist natürlich Zuwachs derer, die nicht vertreten waren!) im Februar 2010 wieder zu treffen, um dann im Erfahrungsaustausch erste Arbeitsergebnisse miteinander zu diskutieren.
Der Bundesverband der Volkssolidarität begrüßt diese Bemühungen und wertet sie als innovativen Ansatz im Rahmen der Initiative zur Stärkung des Mitgliederverbandes.

 

Text: Renate Witzke / Ronny Hahn-Haufschild
Fotos: Renate Witzke / Ronny Hahn-Haufschild