Volkssolidarität


Bundesverband e.V.

Vorsorge / Betreuungsangelegenheiten

© Andreas Ernst / Fotolia.comUm bis zum Lebensende selbstbestimmt zu bleiben, sollte sich jeder Bürger rechtzeitig um die notwendigen Vorsorgeformulare kümmern. Wenn Sie selber nicht mehr in vollem Umfang entscheidungs- und handlungsfähig sind, sollten Sie sicher sein, dass Ihre Angelegenheiten weiterhin in Ihrem Sinne geregelt werden.
Welche Vorsorgemöglichkeit Sie wählen, hängt von verschiedenen Überlegungen ab.

 

Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht ist eine private Vereinbarung zwischen Ihnen und einer oder mehreren Personen Ihres Vertrauens. Sie ermöglicht Ihnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Sie benennen die Person(en) Ihres Ver­trauens, die bereit sind, für Sie zu handeln, wenn Sie bestimmte Angele­genheiten nicht mehr selbst regeln können. Durch die Bevollmächtigung wird ein gerichtliches Betreuungs-verfahren entbehrlich. Diese Regelung gilt beispielsweise für Bank- oder Versicherungsgeschäfte, Behördengänge, Post und Fernmeldeverkehr, für Aufenthalts- und Wohnungsangelegenhei­ten und vor allem für Fragen zur Gesundheitssorge und Pflegebedürftig­keit. Eine schriftliche Vollmacht reicht in vielen Fällen aus, sie kann frei formuliert als Text oder als Formular vorliegen.
Ein Notar ist nicht nötig.

 

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung können Sie im Voraus festlegen, ob und wie Sie für den Fall Ihrer Entscheidungsunfähigkeit in bestimmten Situationen medizinisch behandelt werden möchten oder welche Maßnahmen und Behandlungen Sie ablehnen. Sinn der Patientenverfügung ist, dass Sie Ihren Willen hinsichtlich der Behandlung von Krankheiten zu einem Zeitpunkt schriftlich niederlegen, zu dem eine solche Entscheidung noch eigenverantwortlich von Ihnen getroffen werden kann. Auf diese Weise wahren Sie Ihr Recht auf Selbstbestimmung, auch wenn Sie zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar und einwilligungsfähig sind. Es kann sehr sinnvoll sein, in die Patientenverfügung Ihre persön­lichen Wertvorstellungen, wie z. B. Ihre Einstellungen zum Leben und Sterben oder Ihre religiösen Anschauungen mit aufzunehmen. Die neuen gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass eine Patientenverfügung schrift­lich verfasst wird und eigenhändig von Ihnen unterschrieben werden muss. Es ist empfehlenswert, dass Sie Ihre Patientenverfügung regel­mäßig (z. B. einmal im Jahr) bestätigen.

Die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht kann jederzeit formlos von Ihnen widerrufen werden. Eine Notarin oder Notar muss diese Dokumente nicht beglaubigen.

 

Betreuungsverfügung

In einer Betreuungsverfügung können Sie für den Fall einer gesetzlichen Betreuung Vorschläge zur Auswahl der Betreuerin oder des Betreuers sowie Wünsche zur Wahrnehmung der Betreuung äußern. Eine solche Situation kann eintreten, wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt und Sie nicht mehr in der Lage sind, eigenen Angelegenheiten zu regeln. Ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen können konkret aufgeschrieben werden. Bei der Aus­wahl der Betreuerin oder des Betreuers werden Ihre Wünsche durch das Betreuungsgericht i. d. R. berücksichtigt.

 

Notfallmappe

Jeder Bürger sollte eine Notfallmappe mit den wichtigsten Unterlagen besitzen. Sie beinhaltet  Angaben zu den persönlichen Daten und zu den Personen, die im Notfall zu benachrichtigen sind sowie Vorsorgedokumente wie zum Beispiel Verfügungen und Vollmachten. Hinweise und Vorschläge für eine Notfallmappe finden Sie in der rechten Spalte unter "Publikationen & Informationen".

 

Vollmacht fürs Bankkonto

Alter, Krankheit oder Unfall, jeder Mensch kann in die Lage kommen, seine Bankangelegenheiten nicht mehr selbst regeln zu können. Wer kümmert sich dann um Überweisungen, Daueraufträge und alle anderen Bankgeschäfte, die der Betroffene nicht mehr selbst erledigen kann? Um die gerichtliche Bestellung eines Betreuers zu vermeiden, sollte man frühzeitig vorsorgen, denn Angehörige des Hilfsbedürftigen, ob Ehepartner oder Kinder, dürfen im Notfall nicht automatisch zur die Vermögensangelegenheiten regeln.

Hier hilft die von Banken als Vordruck angebotene „Konto-/Depotvollmacht – Vorsorgevollmacht", die ein hohes Maß an Selbstbestimmung bietet. Dabei handelt es sich um keine Generalvollmacht, sondern um eine Vollmacht, die ausschließlich zur Durchführung von solchen Bankgeschäften berechtigt, die im Wortlaut der Vollmacht genau aufgeführt sind. Man kann die Person, die einen im Ernstfall vertreten soll – zum Beispiel Angehörige oder Freunde – selbst auswählen.