Volkssolidarität


Bundesverband e.V.
07.03.2017

Gleichstellung ist politische und gesellschaftliche Aufgabe

„Die Gleichstellung von Frauen ist nicht nur eine politische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe“, erklärt der Verbandspräsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März. „Die Leistungen von Frauen für unsere Gesellschaft müssen stärker anerkannt und wertgeschätzt werden.“

Frauen haben ein Recht auf eigenständige Existenzsicherung und Lebensgestaltung, das nicht beschränkt werden darf. Mehr als hundert Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag gilt es, weiterhin strukturelle Ungleichheiten in verschiedenen Lebensbereichen zu überwinden. Noch immer sind Frauen im Erwerbsleben schlechter gestellt als Männer: Sie verdienen weniger für die gleiche Arbeit, arbeiten häufiger in Teilzeit und Minijobs sowie in Berufen, die generell schlechter bezahlt sind. Prekäre Beschäftigung und schlechte Bezahlung in frauentypischen Berufen haben Auswirkungen auf den gesamten Lebensverlauf und führen dazu, dass Armut häufig weiblich ist. Gleichzeitig sind es vor allem Frauen, die den Großteil der Kindererziehung und die Pflege der Angehörigen übernehmen. Gerade für ostdeutsche Frauen führt dies dazu, dass durch den niedrigeren Rentenwert Ost, geringere Rentenansprüche erworben werden. Im laufenden Gesetzgebungsverfahren fordert die Volkssolidarität, dass zumindest für die Zeiten der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen eine Angleichung der Rentenwerte bereits zum 1. Juli 2018 erfolgen muss.

Alleinerziehende Frauen sind von diesen strukturellen Ungleichheiten besonders betroffen. Darüber darf auch die steigende Erwerbsquote unter dieser Bevölkerungsgruppe nicht hinwegtäuschen. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für alleinerziehende Frauen häufig nur schwer zu realisieren. Aber auch in Paarfamilien liegen Wunsch und Wirklichkeit bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oft weit auseinander. Die Volkssolidarität unterstützt politische Anstrengungen, die Anreize für eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine eigenständige Erwerbssicherung für beide Partner setzen.

Dabei ist nicht nur politischer sondern auch gesellschaftlicher Gestaltungswille gefragt. Dr. Friedersdorff erklärt hierzu: „Frauen tragen mit ihrem beruflichen und freiwilligen Engagement einen unverzichtbaren Anteil zum Funktionieren der Gesellschaft bei. Davon profitieren wir alle. Nicht nur deshalb, sind alle Menschen in der Verantwortung, die Rechte und Leistungen von Frauen stärker zu thematisieren und zu unterstützen.“