Volkssolidarität


Bundesverband e.V.

17.10. – Tag der Volkssolidarität

Aufruf: Geschichte(n) bewahren

Am 17.10.1945 wurde die Volkssolidarität als Aktionsbündnis gegen die Wintersnot der unter den Kriegsfolgen leidenden Bevölkerung in Dresden gegründet. Es wurden Kleidersammlungen organisiert, es wurden Wärmestuben, Suppenküchen und Einrichtungen für Kinder eröffnet. Die „Volkshelfer“ waren in vielen Städten und Gemeinden erster Ansprechpartner für Menschen in Not. Seit diesen bewegten Anfangstagen hat die Volkssolidarität viele Wandel durchlebt. 

Wandel in der DDR

Ab Mitte der 50er Jahre wurde sie als Massenorganisation in das politische System der DDR eingegliedert. Ihre Aufgabe bestand in der Unterstützung älterer Menschen. Es wurden vor allem Begegnungsstätten eingerichtet, in denen Kultur- und Freizeitangebote für ältere Menschen stattfanden aber auch soziale Aktivitäten wie die Kinderbetreuung in „Rentnerbrigaden“ oder Unterstützung für ältere Menschen im Haushalt ("Hauswirtschaftshilfe") organisiert wurden. Für die Mitglieder der Volkssolidarität standen spezielle staatlich geförderte Gruppenreiseangebote zur Verfügung.

Wandel nach der deutschen Wende 1990

Nach der Wende blieb die Volkssolidarität für viele der älteren Menschen der ehemaligen DDR, für die der Mauerfall nicht nur neu gewonnene Freiheit sondern auch eine große Verunsicherung bedeutete, soziale Heimat. Die Angebote der Hauswirtschaftshilfe, Gruppenreisen, der Betrieb von Begegnungsstätten und die Organisation von sozialkulturellen Veranstaltungen wurden beibehalten. Daneben besann sich die Volkssolidarität auf ihre ursprünglichen Wurzeln aus der Nachkriegszeit und organisierte sich als deutscher Sozial- und Wohlfahrtsverband, der seit den 90er Jahren als Mitgliederverband und breit aufgestellter Sozialdienstleister mit Angeboten in den Bereichen Altenpflege, Kinder- und Jugendarbeit, Behindertenhilfe und Sozialberatung aktiv ist und sich als sozialpolitischer Interessenvertreterin aller Menschen versteht und seine Stimme für soziale Gerechtigkeit in Deutschland erhebt.

Arbeitsprojekt Geschichte der Volkssolidarität

In drei Jahren wird die Volkssolidarität 75 Jahre alt. Ein Dreivierteljahrhundert ist seit dem ersten „Aufruf gegen die Wintersnot“ vergangen – ein Jubiläum, auf das der Verband mit seinen Leistungen stolz sein kann, mit dem sich vor allem aber auch eine Verantwortung für die Geschichte des Verbandes verknüpft. Darauf hat das langjährige Verbandsmitglied der Volkssolidarität Armin Lufer aus der Ortgruppe Berlin-Johannisthal aufmerksam gemacht. Armin Lufers Anliegen ist es, das Thema Geschichte der Volkssolidarität mit Blick auf das Jubiläum in zwei Jahren zum Arbeitsprojekt zu machen.

In sehr persönlichen Gesprächen im Frühsommer dieses Jahres erläuterte er gegenüber der Bundesgeschäftsführerin der Volkssolidarität Annette Helbig seine Idee: Viele der Mitglieder der Volkssolidarität sind ältere Menschen. Das Durchschnittsalter liegt bei 75 Jahren. Damit rückt der Tod in den Erfahrungshorizont eines Menschen, so wie es Armin Lufer selbst erlebt. Armin Lufer ist 87 Jahre alt. Viele seine Freunde aus der Volkssolidarität sind schon verstorben. Und mit ihnen sterben auch die Erinnerungen an die vielen lebendigen Momente im Verbandsleben der Volkssolidarität, wenn sie nicht in irgendeiner Form festgehalten worden sind.

Aufruf: „Geschichte(n) bewahren: 75 Jahre Volkssolidarität“

Armin Lufers Idee ist es, die Zeit jetzt zu nutzen und Geschichten der älteren Mitglieder der Volkssolidarität aufschreiben und für die Nachwelt zu bewahren. Der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff unterstützt Armin Lufers Idee. Zum heutigen Tag der Volkssolidarität startet in seinem Namen der Aufruf „Geschichte(n) bewahren: 75 Jahre Volkssolidarität“. Er geht an alle Mitglieder des Verbandes mit dem Anliegen, ihre Erinnerungen festzuhalten. Geplant ist die Bildung einer Projektgruppe im Bundesverband, die die Erinnerungen in Texten, Bildern, Interviews, Tonprotokollen dokumentiert und zum Jubiläum in drei Jahren in einer Wanderausstellung mit einem dazugehörigen Begleitbuch vorstellt.

Der Anfang ist gemacht

Den Anfang hat Armin Lufer selbst gemacht. Er hat seine eigenen Erinnerungen aufgeschrieben und dem Bundesverband der Volkssolidarität zur Verfügung gestellt. Ebenso hat Armin Lufers Freund Rolf Eger seine gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau Edith erstellte 28-bändige Fotochronik der Ortgruppe Berlin-Johannisthal (Titelfoto) dem Bundesverband als Schenkung überreicht.

Aufruf des Präsidenten der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff als PDF: 

Aufruf "Geschichte(n) bewahren: 75 Jahre Volkssolidarität" (PDF)

Weiteres Material zur Geschichte der Volkssolidarität

Darüber hinaus gibt es innerhalb und außerhalb des Verbandes bereits Dokumentationen, Arbeitsgruppen, Artikel und Bücher zum Thema. 

Hierzu eine Auswahl: 

Gunnar Winkler: Zur Geschichte der Volkssolidarität 1945 bis 2010. Berlin 2010 (PDF)

oderland/wir-ueber-uns/geschichte-der-volkssolidaritaet/

http://volkssolidaritaet-borna.de/Geschichte.htm

http://www.vshalle.de/index.php/wir-ueber-uns/zur-geschichte-der-volkssolidaritaet

http://www.volkssolidaritaet-nordsachsen.de/?page_id=668

https://www.volksstimme.de/lokal/sta%C3%9Ffurt/70-jahre-volkssolidaritaet-sprachrohr-fuer-soziales

https://www.volkssolidaritaet.de/kv-schmalkalden-meiningen-ev/wir-ueber-uns/geschichte/

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-16810552.html

https://www.volkssolidaritaet.de/fileadmin/content/wurzen_media/Chronik/Chronik1945-1997-Teil2b.pdf