Volkssolidarität


Bundesverband e.V.

Bündnis fordert: Kinderarmut endlich bekämpfen!

Zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober fordert die Volkssolidarität zusammen mit einem Bündnis aus 40 Sozial- und Familienverbänden sowie Kinderschutzorganisationen um die Nationale Armutskonferenz von der Politik drei konkrete Schritte gegen Kinderarmut.

Die Schritte sind:
1. Das Existenzminimum von Kindern muss realistisch ermittelt werden.
2. Die Ungerechtigkeiten in der Familienförderung müssen abgebaut werden.
3. Leistungen müssen einfacher gestaltet und leichter zugänglich sein.

Die UN-Kinderrechtskonvention sichert jedem Kind das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard sowie auf Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu. Dennoch sind in Deutschland etwa drei Millionen Kinder von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. „Trotz der seit Jahren steigenden Armut von Kindern und Jugendlichen unternehmen die politisch Verantwortlichen zu wenig“, so Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität. „Gemeinsam fordern wir die Parteien deshalb auf, unsere Forderungen zur Beseitigung von Kinderarmut in die Programme zur Bundestagswahl einfließen zu lassen“.

Einschränkungen in der materiellen Grundversorgung hätten Auswirkungen auf den gesamten Lebensverlauf, betonte Dr. Friedersdorff. „Es darf nicht sein, dass Kinder, die in einkommensarmen Haushalten aufwachsen, schlechtere Bildungschancen sowie geringere kulturelle und soziale Beteiligungsmöglichkeiten haben“. Die Hartz IV-Regelsätze für Kinder sollten daher endlich bedarfsgerecht und transparent ermittelt werden, fordert das Bündnis. Dabei müssten die tatsächlichen Bedarfe für Ernährung, Kleidung und Schulbedarf berücksichtigt werden. Zudem dürfe es nicht sein, dass Kinder gutverdienender Eltern durch Kinderfreibeträge stärker unterstützt werden als Kinder Erwerbsloser oder mittlerer Einkommensbezieher. Leistungen sollten so ausgestaltet werden, dass sie dem hohen Armutsrisiko von Alleinerziehenden entgegenwirken. Der Zugang zu verschiedenen Leistungen für Familien werde durch unterschiedliche Antrags- und Verrechnungsstrukturen erschwert. Die teils komplexen Regelungen führten dazu, dass Leistungsberechtigte diese nicht in Anspruch nehmen, kritisiert das Bündnis.

„Uns geht es nicht darum, monetäre Leistungen gegen infrastrukturelle Leistungen auszuspielen“, so Dr. Friedersdorff, „vielmehr muss der Staat endlich in die Verantwortung genommen werden, jedem Kind ein Aufwachsen ohne Armut zu ermöglichen“.